Verband: Mitarbeiter in Pflege-Wohnheimen nicht überlasten

Verband: Mitarbeiter in Pflege-Wohnheimen nicht überlasten

Nach der Gewalttat mit vier Toten in einem Potsdamer Wohnheim fordert der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABiD), mehr auf die Entlastung der Mitarbeitern zu achten. «Sie sind in einer dauernden psychischen Ausnahmesituation», sagte der Vorsitzende Marcus Graubner am Freitag.

Einrichtungsleitungen müssten mehr darauf achten, dass es zu keiner Überlastung der Beschäftigten komme - weder körperlich noch psychisch. «Es muss eine Möglichkeit der Betreuung für Mitarbeiter geben, beispielsweise eine Seelsorge», so Graubner. Unabhängig von dem Potsdamer Vorfall müsse es gerade in der Corona-Pandemie verstärkt begleitende Maßnahmen geben, um Mitarbeiter, die «Außergewöhnliches leisten», aufzufangen.
In dem Potsdamer Thusnelda-von-Saldern-Haus waren am Mittwochabend vier Bewohner vorsätzlich getötet und eine weitere Bewohnerin schwer verletzt worden. In dem Heim der diakonischen Einrichtung Oberlinhaus werden Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen betreut. Eine 51-jährige Pflegemitarbeiterin wurde festgenommen und vorläufig in die Psychiatrie eingewiesen.
Zum Tathergang gibt die Staatsanwaltschaft Potsdam aus ermittlungstaktischen Gründen nichts bekannt. Da die Frau schweigt, ist auch zum Motiv noch nichts bekannt. Nach Angaben der diakonischen Einrichtung Oberlinhaus war die Frau zuvor nicht psychisch auffällig geworden. Die Schuldfähigkeit der 51-Jährigen soll jetzt untersucht werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 30. April 2021 16:36 Uhr

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