Zugestochen trotz Kind auf dem Arm: 38-Jähriger verurteilt

Zugestochen trotz Kind auf dem Arm: 38-Jähriger verurteilt

Ein 38-Jähriger ist wegen versuchten Mordes an seiner Lebensgefährtin vom Landgericht Cottbus zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte die Frau töten wollte, wie Gerichtssprecherin Susanne Becker am Donnerstag sagte (Az.: 21 Ks 8/20). Das Motiv für die Tat im Juni 2020 in Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) war laut Anklage, dass die Lebensgefährtin mit dem gemeinsamen Kind umziehen wollte.

Der Eingang des Landgerichtes

© dpa

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgericht angebracht.

Die Staatsanwaltschaft forderte wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung acht Jahre Freiheitsstrafe. Der 38-Jährige soll mit einem Messer plötzlich und völlig unerwartet zugestochen haben, als die Frau das dreijährige Kind auf dem Arm trug. Die Mutter wurde dadurch nach Angaben des Gerichts lebensgefährlich verletzt.
Die Verteidigung hatte auf gefährliche Körperverletzung und fünf Jahre Freiheitsstrafe plädiert, aus ihrer Sicht habe der Mann freiwillig von seinem Opfer abgelassen. Der Anwalt des Opfers plädierte auf eine lebenslange Haftstrafe. Laut Gericht wird der Mann nun in einer Entziehungsanstalt untergebracht, er ist alkohol- und drogensüchtig.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung können gegen die Entscheidung Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. März 2021 17:25 Uhr

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