Bisherige Online-Impftermine sicher

Bisherige Online-Impftermine sicher

Trotz der Lieferprobleme des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca sollen in Brandenburg alle bisher online gebuchten Impftermine stattfinden - die längerfristigen Folgen sind noch offen.

Ursula Nonnemacher spricht bei einer Pressekonferenz

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Ursula Nonnemacher spricht bei einer Pressekonferenz.

Alle Termine der Woche ab 15. März seien mit Impfstoff abgesichert, für die Woche danach gebe es noch keine Freigabe für Terminbuchungen, teilte der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, am Samstag (13. März 2021) mit. «Alle online gebuchten Astrazeneca-Termine finden statt.» Die Termine werden nur für einen begrenzten Zeitraum freigeschaltet. Das Bundesgesundheitsministerium habe das Land kurzfristig darüber informiert, dass es in den beiden kommenden Wochen deutlich weniger Impfstoff von Astrazeneca erhalten werde. «Das ist ein Schock.» Thüringen hatte die Vergabe von Impfterminen gestoppt.
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) entschuldigte sich für den holprigen Start der Corona-Impfungen zum Jahresbeginn. «Einen schlimmeren Start hätte man kaum hinlegen können», sagte sie der Zeitung «Der Prignitzer» und den «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (Samstag). Am 4. Januar sei die Hotline an den Start gegangen und bei Anrufen von 200 000 Menschen zusammengebrochen. «Dass so viele alte Menschen tagelang, von morgens bis abends, am Telefon sich die Finger wund gewählt haben, tut mir aufrichtig leid.» Nun bekämen alle über 80-Jährigen schrittweise einen Brief mit Sonderrufnummer, es gebe Online-Buchungen und die Kommunen würden stärker eingebunden.
Brandenburg lag beim Anteil der Corona-Erstimpfungen an der Bevölkerung im Ländervergleich lange hinten - am Samstag war das Land dann auf dem vorletzten Platz vor Nordrhein-Westfalen, das knapp dahinter kommt. Das ging aus Zahlen des Robert Koch-Institus vom Samstag hervor. Rund 181 000 Brandenburger haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag seit Ende Dezember eine erste Impfung erhalten, etwa 80 000 die nötige zweite Impfung.
SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke hatte die Impfstrategie des Ministeriums mehrfach kritisiert, als Brandenburg hinten lag. Die Regierung will die Impfungen beschleunigen. Die Zahl der Impfdosen soll von zuletzt rund 65 000 auf mehr als 80 000 in der Woche ab 15. März steigen - das war die Planung vor den neuen Lieferproblemen von Astrazeneca. Die Impfzentren haben nun auch samstags geöffnet. Woidke geht davon aus, dass die Corona-Impfungen auch künftig dazugehören könnten. «Das alte Leben wird nicht eins zu eins zurückkommen», sagte er der «Märkischen Allgemeinen» (MAZ, Samstag). «Es ist durchaus wahrscheinlich, dass eine jährliche Impfung zur Normalität wird.»
Die Beratungsfirma Kienbaum steuerte die Impfungen für das Ministerium und die Kassenärztliche Vereinigung im Januar und Februar. Nonnemacher verteidigte den Einsatz, der nach Ministeriumsangaben rund 468 000 Euro netto kostete, gegen Kritik. «Externe Unterstützung der öffentlichen Verwaltung ist eine angebrachte Maßnahme bei einer solchen Herkulesaufgabe», sagte sie. Die Linksfraktion im Landtag hat Akteneinsicht beantragt. Regierungschef Woidke sagte der «MAZ», die Entscheidung zum Abschluss des Beratervertrags sei im Gesundheitsministerium gefallen. «Ich gehe davon aus, dass dort die Notwendigkeit geprüft worden ist.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 15. März 2021 08:09 Uhr

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