Schändung in KZ-Gedenkstätte: Regierung und Kirche entsetzt

Schändung in KZ-Gedenkstätte: Regierung und Kirche entsetzt

Nach der Beschädigung von Stelen in der KZ-Gedenkstätte Jamlitz-Lieberose haben sich die Brandenburger Landesregierung, die Gedenkstättenstiftung und die Evangelische Landeskirche entsetzt gezeigt. «Der Erinnerungsort in Jamlitz ist nicht nur eine Gedenkstätte, er ist auch ein Ort, an dem jüdisches Blut vergossen wurde», teilte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Donnerstag mit. «Der Anschlag ist damit nicht nur ein Angriff auf die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen. Er ist eine Schändung dieses besonderen Ortes.»

Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten erklärte, jede Form von Antisemitismus müsse unnachgiebig verfolgt werden. Im Februar 1945 seien in dem damaligen Außenlager Lieberose des Konzentrationslagers (KZ) Sachsenhausen mehr als 1300 Menschen ermordet worden. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sprach von einer Schande, dass antisemitische Schmierereien wieder an der Tagesordnung seien.
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Auf mehreren Stelen in der Gedenkstätte im Landkreis Dahme-Spreewald waren Schmierereien und Schriftzüge angebracht worden. Die Polizei ermittelt gegen zwei Männer und eine Frau im Alter zwischen 18 und 20 Jahren, die der Tat verdächtig sind.
Im KZ-Außenlager Lieberose mussten bis zu 10 000 Menschen unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten, in der Mehrzahl Juden aus Polen und Ungarn. Das Außenlager war 1943 errichtet worden und wurde nach Angaben des Kulturministeriums 1944 zum größten Lager mit jüdischen Häftlingen auf dem Gebiet des Deutschen Reichs. 2003 entstand die Dokumentations- und Gedenkstätte Jamlitz-Lieberose.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. März 2021 19:21 Uhr

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