Schnelltests sollen möglichst an allen Schulen starten

Schnelltests sollen möglichst an allen Schulen starten

Die Corona-Selbsttests in den Schulen sollen in Brandenburg ab Montag möglichst flächendeckend starten. Drei Wochen nach den Grundschulen öffnen am Montag Gesamtschulen, Oberschulen und Gymnasien für den Wechselunterricht zwischen der Schule und zu Hause. «Ich gehe davon aus, dass wir mindestens an den weiterführenden Schulen, vermutlich aber an allen Schulen, am Montag Tests zur Verfügung haben», sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Donnerstag im Bildungsausschuss des Landtages. Geplant sei ein Test pro Woche jeweils montags. Damit sollen Corona-Infektionen schneller erkannt werden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Eltern in Brandenburg warnten vor Risiken.

Ein Corona-Schnelltest liegt auf einer geöffneten Hand

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Ein Corona-Schnelltest liegt auf einer geöffneten Hand.

Die ersten 300 000 Schnelltests der Firma Roche trafen nach Angaben von Innenminister Michael Stübgen (CDU) bereits in Brandenburg ein. Die Großlieferung werde in 900 Pakete aufgeteilt und im Laufe der Woche an die Schulen geliefert. «Wir alle wollen, dass den Brandenburgern die Schnell- und Selbsttests so schnell wie es geht zur Verfügung stehen», teilte Stübgen mit. Die Bildungsministerin sagte im Ausschuss, zu den 300 000 Tests kämen später 2,3 Millionen Tests weiterer Anbieter. «Wir gehen davon aus, dass das bis zur Sommerpause reicht», sagte Ernst. «Sollte das aus irgendwelchen Gründen nicht reichen, kaufen wir noch mehr.»
Die GEW und der Landeselternrat befürchten, dass viele Schulen am Montag ohne die Möglichkeit von Schnelltests öffnen werden. «Die bisher vorgesehenen Testmöglichkeiten reichen nicht aus», erklärten beide in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Öffnungen der Schulen seien nur bei regelmäßigen Tests aller Beteiligten und Impfangeboten für alle Lehrkräfte zu verantworten. Außerdem lägen die notwendigen Einwilligungserklärungen der Eltern nicht vor und das konkrete Verfahren bei einem positiven Testergebnis von Schülerinnen und Schülern sei unklar. Die Linke-Abgeordnete Kathrin Dannenberg forderte, dass auch Lehrkräfte an weiterführenden Schulen geimpft werden, nicht nur die an Grundschulen. Ernst sagte, Lehrer an Grundschulen und Kita-Erzieher könnten keinen Abstand halten.
Die Schülerinnen und Schüler sollen im Klassenverband getestet werden. Die Bildungsministerin erklärte, was in einem solchen Fall passiert. «Da diese Tests eine Fehlerquote haben und zu oft positiv anzeigen, ist es so, dass dann eine Isolierung der Person vorgenommen werden muss und ein PCR-Test herbeigeführt werden muss und dann die Gesundheitsämter entscheiden», sagte Ernst. Sie appelliere an die Eltern, die Einverständniserklärung abzugeben. Ernst räumte ein: «Es ist jetzt noch mal eine neue Art Test, es ist auch neu, dass wir Gruppentests machen.» Die Ministerin verwies auf die Erfahrung der Schulen mit Infektionsfällen. «Seit Monaten sammeln wir Erfahrungen mit positiv getesteten Personen an Schulen.» Für Lehrkräfte und übriges Personal gebe es rund 300 000 FFP2-Masken.
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Nicht nur in den Schulen soll in Brandenburg mehr getestet werden. Immer mehr Städte und Gemeinden in Brandenburg bieten Corona-Schnelltests an. Eine landesweite Regelung mit den Apotheken war am Donnerstag allerdings noch offen. «Dazu sind wir noch in Gesprächen mit der Landesregierung», sagte der Sprecher des Apothekerverbands, Mathias Braband-Trabandt. Für die Apotheken sei die einfachste Lösung eine Verordnung des Landes, über die alle Apotheken beauftragt würden, statt einzelner Absprachen mit dem jeweiligen Gesundheitsamt. Derzeit sind 72 Apotheken nach einer Liste der Landesapothekerkammer grundsätzlich bereit, Tests anzubieten.
In Frankfurt (Oder) öffnete am Donnerstag ein Covid-19-Testzentrum. In Brandenburg/Havel sind bis Mittwoch mehrere Testzentren geplant oder bereits offen. Auch in den Landkreisen laufen die Planungen. «Wir sehen, dass die Landkreise sehr aktiv sind, um die Organisation auf die Beine zu stellen», sagte der geschäftsführende Vorstand Paul-Peter Humpert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. März 2021 17:41 Uhr

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