Kommt mit dem Kohleausstieg ein Wasserproblem?

Kommt mit dem Kohleausstieg ein Wasserproblem?

Wie stabil ist die Flusslandschaft der Spree nach dem Ausstieg aus der Braunkohle? Kann sie auch in Zukunft die Menschen in der Region ausreichend mit Wasser versorgen?

Lausitzer Braunkohlerevier

© dpa

Hinter einem See steigt Wasserdampf aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG).

Mit diesen Fragen beschäftigen sich am Freitag (12. März 2021) etwa 450 Fachleute und Politiker auf der 1. Wasserkonferenz Lausitz Bergbau - Wasser - Klima. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) gemeinsam mit dem Verein Wasser Cluster Lausitz e.V.. «Der Strukturwandel wird nur dann erfolgreich gelingen, wenn wir auch die Wasserfragen gelöst haben», sagt der Vereinsvorsitzende Ingolf Arnold der dpa.

Spree wird nach Ende des Bergbaus weniger Wasser führen

Der Ingenieur beschäftigt sich seit 40 Jahren mit dem Thema. Ihm zufolge hat der Bergbau über 100 Jahre sein gehobenes Grundwasser in die Spree geleitet, was mit dem Kohleausstieg nun wegfalle. Gleichzeitig werde das Spreewasser aber auch zur Auffüllung der Bergbaufolgeseen und für eine stabile Versorgung von Mensch, Wirtschaft und Natur gebraucht, beschreibt der Fachmann das Problem. Hinzu komme der Klimawandel - mit der Temperaturzunahme verdunste mehr Wasser. «Die Spree wird sich nach dem Ende des Bergbaus ihr natürliches Kleid wieder anziehen, das wird aber dünner sein», so Arnold. Er spricht von einem Wasserdefizit von etwa 6 Milliarden Kubikmeter, das aufgefüllt werden müsse. Anfang der 1990er Jahre betrug das Defizit 13 Milliarden Kubikmeter.

Konferenz zu Strategien zur Wasserbewirtschaftung

Auf der Konferenz, die digital über einen Live-Stream und teilweise in Präsenz in der Universität stattfindet, sollen unter anderem Strategien für eine künftige Wasserbewirtschaftung besprochen werden. Die Fragen drehen sich nach Auskunft von Arnold um zukünftige Konzepte zur Gewährleistung einer Balance zwischen dem knapper werdenden Wasser und der Versorgung der Menschen mit Trinkwasser. In einem «Klimablock» beschäftigen sich Fachleute mit der Frage, wie die Langzeitfolgen des Klimawandels ausgeglichen werden können.
Auch Nutzungsinteressen seien ein wichtiges Thema, so der Fachmann. Berlin etwa sei angewiesen auf Havel und Spree. Fast 50 Prozent der Trinkwasserversorgung basiere auf Zuführung von Spreewasser. Arnold verwies auf den Zuwachs durch Großprojekte wie den Flughafen BER.
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Situation in Wasserspeichern in trockenen Jahren schwierig

Die vergangenen Trockenjahre haben das Bewusstsein, bei der Wasserbewirtschaftung länderübergreifend zusammenzuarbeiten, geschärft, weiß der Experte. Die Situation in den Wasserspeichern in Brandenburg und Sachsen war auch im vergangenen Jahr Experten zufolge äußerst angespannt. Ob auch Elbe und Oder künftig für die Bewirtschaftung angezapft werden können, werde inzwischen in Forschungsprojekten geprüft, sagt Arnold.

Länderübergreifendes Interesse an Konferenz

An der Konferenz wollen neben Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) auch Berlins Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) und Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) teilnehmen. Sogar aus Hamburg kam Interesse, berichtet Arnold. Die Hafenbehörde hat sich - mit Blick auf Folgen für die Elbe - für die Veranstaltung angemeldet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. März 2021 09:55 Uhr

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