Blumenduft und Haarschnitt: Gärtnereien und Friseure öffnen

Blumenduft und Haarschnitt: Gärtnereien und Friseure öffnen

In Brandenburg geht es ab Montag wieder einen kleinen Schritt in Richtung Normalität. Die Infektionszahlen mit dem Coronavirus sind gesunken und damit besteht die Chance für erste Öffnungen. Nach mehrmonatigen Lockdown ist die Sehnsucht groß. Aber der Einzelhandel und Baumärkte dürfen in Brandenburg weiter nicht öffnen.

Friseurmeisterin Brita Meißner

© dpa

Friseurmeisterin Brita Meißner, Geschäftsführerin in der «neue linie» Friseur & Kosmetik GmbH, im Salon in der Innenstadt.

Schere und Kamm gehören ab Montag wieder den Profis: Die FRISEURE öffnen für die Kunden - unter Einhaltung der Hygiene-und Abstandsregeln. In den zehn Salons, die Brita Meißner in Brandenburg an der Havel betreut, arbeiten dann 80 Mitarbeiter in zwei Schichten, um den Ansturm zu bewältigen. «Das Telefon klingelt seit 14 Tagen ununterbrochen», sagte die 58-jährige Friseurmeisterin, die seit 40 Jahren im Geschäft ist. Trotz der Freude seien alle aufgeregt, ob man dem Ansturm gewachsen sei.
Die Geschäftsführerin hat allen Mitarbeitern in der Pandemie eine Corona-Prämie gezahlt. Die finanziellen Einbußen der Mitarbeiter durch die 16 Wochen Schließung und Kurzarbeit seien erheblich. Ein weiterer Wermutstropfen: Für die Mitarbeiter ist durch den Wechselunterricht an den Grundschulen die Betreuung ihrer Kinder nicht durchgängig gewährleistet. Meißner habe bei den Schichtplänen umplanen und Kunden umbestellen müssen - ein erheblicher Kraftakt. Sie selbst hat für ihren Betrieb nach eigenen Angaben noch keine Überbrückungshilfe bekommen. Die bürokratischen Hürden seien nicht zufriedenstellend.
Bei vielen Friseur-und Kosmetikbetrieben seien die Hilfen nicht angekommen, sagte auch der Hauptgeschäftsführer des Handwerkskammertages Brandenburg, Ralph Bührig. Er fordert, bei den Geldern nachzusteuern. Die Hilfen seien Ersatz für die Fixkosten der Friseure, Lebenserhaltungskosten seien nicht darunter.
Brandenburger GÄRTNEREIEN UND GARTENMÄRKTE sind für den erwarteten Ansturm gerüstet. «Wir haben diesen Tag sehnsüchtig erwartet», sagte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. «Kunden rütteln schon an den Türen.» Stiefmütterchen, Primeln und Vergissmeinnicht aus regionaler Produktion stünden bereit. «Das Geschäft mit den Frühlingsblühern muss nun nicht mehr dem Einzelhandel überlassen werden», sagte er. In den Gewächshäusern stünden genügend Pflanzen für den Verkauf bereit.
Zuletzt waren die Geschäfte vor Weihnachten offen. Jende bedauert, dass es nicht gelungen sei, auch Berliner Blumenmärkte einzubeziehen. Er rechnet damit, dass nun die Hauptstädter ins Umland fahren, um sich in Brandenburg mit Pflanzen einzudecken.
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Die Stadt Potsdam bietet für ihre Bürger ab Montag kostenlose SCHNELLTESTS an. Für zunächst zwei Wochen stehen in mindestens acht Apotheken und vier Testzentren nach Angaben der Stadtverwaltung bereit. Zudem sind Tests an drei ausgewählten Schulen sowie in einem Flüchtlingsheim und in einer Suppenküche möglich. Testteams vom Klinikum Ernst von Bergmann fahren Schulen an und testen Schüler sowie Mitarbeiter.
Reagiert wird in Potsdam auf die Verschiebung der von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ursprünglich für Montag angekündigte Einführung von kostenlosen Schnelltests, wie Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sagte. Die Schnelltests werden innerhalb von 15 Minuten ausgewertet. Bei positiven Ergebnis folgt ein PCR-Test. Ab Montag muss in Potsdam ein Mund-Nasen-Schutzes nur noch im zentralen Innenstadtbereich getragen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 28. Februar 2021 08:18 Uhr

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