Handwerkskammertag: Hilfen für Friseurbetriebe reichen nicht

Handwerkskammertag: Hilfen für Friseurbetriebe reichen nicht

Das Handwerk in Brandenburg hält die Hilfen für die Betriebe in der Corona-Pandemie für unzureichend. Die Fördergelder böten einen Ersatz bei Fixkosten, die Lebenshaltungskosten für die Unternehmer fielen aber nicht darunter, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handwerkskammertages Brandenburg (BHKT), Ralph Bührig, der Deutschen Presse-Agentur. «Dafür hat die Politik keine Lösung.» Viele Unternehmer hätten ihre Reserven aufgebraucht und Schwierigkeiten, überhaupt wieder auf die Beine zu kommen. Mit Blick auf die vergangenen Monate sei klar, dass geeignete Unterstützungselemente gefunden werden müssten, wie etwa die Berücksichtigung des Unternehmerlohns, so Bührig.

Friseure

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Haarschneidescheren.

Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) hatte einer Forderung vieler Friseure, den Mehrwertsteuersatz für Friseur-Dienstleistungen auf sieben Prozent zu senken, eine Absage erteilt. In einer Video-Diskussionsrunde hatte er am Mittwochabend mit Friseur- und Kosmetikbetrieben aus Brandenburg diskutiert.
Am kommenden Montag öffnen in Brandenburg wieder die Friseurläden. Auch in Berlin dürfen Friseure ab 1. März wieder loslegen. Seit Mitte Dezember hatten die Salons wegen der Pandemie geschlossen, im Frühjahr 2020 hatten sie schon einmal dichtmachen müssen. Zwischendrin durften die Betriebe nur unter Einhaltung strenger Auflagen öffnen - auch diesmal geht das nur mit striktem Hygienekonzept.
Anders als etwa in Bayern bleiben Kosmetikläden in Brandenburg noch zu. Bührigs Forderung: Auch Kosmetikläden sollten so schnell wie möglich eine Öffnungsperspektive haben. Diese Betriebe leisteten etwa mit Fußpflege und Hautbehandlung viel für den Gesundheitsschutz.
Ein Problem sieht der BHKT-Hauptgeschäftsführer auch in der Kinderbetreuung für Mitarbeiter der Handwerksbetriebe. In der Friseurbranche arbeiteten viele Frauen, die häufig einer Doppelbelastung ausgesetzt seien. Bührig appellierte an die Kita-Träger, kluge Konzepte zu entwickeln, um die Kinderbetreuung sicher zu stellen. Eine gute Lösung sieht er in kostenlosen Schnelltests, wie sie die Landeshauptstadt Potsdam ab Montag anbiete. Dadurch könnten Kinderbetreuung und Schulunterricht in größerem Umfang ermöglicht werden. Das seien notwendige Schritte, damit Betriebe wieder voll arbeiten können.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 27. Februar 2021 09:43 Uhr

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