Brandenburg will künftig mit Konzept Niedrigwasser vermeiden

Brandenburg will künftig mit Konzept Niedrigwasser vermeiden

Drei Trockensommer in Folge haben die Wasservorräte in Brandenburg weiter sinken lassen: Das Land kämpft zunehmend mit Niedrigwasser in den Flüssen. Brandenburg sei zwar reich an Gewässern, jedoch seien die Auswirkungen von fehlenden Niederschlägen zu spüren, sagte Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Montag in Potsdam. Anlass war die Vorstellung eines Konzepts für ein nachhaltiges Management der Wasserressourcen.

Ausgetrocknet ist das Flussbett der Schwarzen Elster.

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Ausgetrocknet ist das Flussbett der Schwarzen Elster.

Die Niederschläge liegen den Angaben zufolge mit durchschnittlich 568 Millimetern im Jahr deutlich unter dem deutschlandweiten Mittelwert von 772 Millimetern. Die Verdunstungsmenge auf den großen Wasserflächen sei sehr hoch, zudem sei die mögliche Speichermenge in den sandigen Böden eher gering, erklärte Vogel.
Wenn es künftig nicht gelinge, dass immer weniger werdende Wasser in der Landschaft zurückzuhalten, dann wäre Waldverlust unausweichlich, warnte der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Brandenburg, Gregor Beyer, in einer Mitteilung. Es müsse bei der Strategie gegen Niedrigwasser vor allem darum gehen, dass es zukünftig erst gar nicht zu diesen Situationen kommt.
Der Naturschutzbund Brandenburg Nabu sieht durch die intensive land- und forstwirtschaftliche Flächennutzung, den Ausbau der Gewässer sowie Flächenzersiedelungen den Wasserhaushalt in Gefahr. Beklagt wird das Sinken des Grundwassers bis zu zwei Meter, wie die Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Wasser beim Nabu, Nicole Spundflasch, auf Anfrage sagte. In einer im vergangenen Jahr angenommen Resolution des Nabu wird gefordert, angesichts von Extremereignissen wie Starkregen oder Dürre gezielt Wasserüberschüsse zurückzuhalten - für Zeiten der Trockenheit.
Künftig werde das Umweltressort erforderliche Daten unter anderem für Behörden, Gewässernutzer und Flächenbewirtschafter besser aufbereiten, heißt es in dem Konzept des Ministeriums. Dabei gehe es auch um die bessere Bewertung bei der Genehmigung für Entnahmen von Grund- und Oberflächenwasser. Zudem müsse die bisherige Praxis der Wassernutzung an die klimatischen Bedingungen angepasst werden.
So soll überschüssiges Wasser aus niederschlagsreichen Zeiten für Trockenperioden gesichert werden. Auch die Speicherbewirtschaftung wird demzufolge künftig finanziell unterstützt. Umweltminister Vogel kündigte an, bis zum Jahresende dem Landtag eine Gesamtstrategie vorzulegen. Dabei solle es unter anderem auch um umfangreiche Investitionen in den Wasserrückhalt gehen.
Es müsse klar sein, dass die Nutzung der Grundwasserressourcen für die öffentliche Wasserversorgung immer an erster Stelle steht, betonte der Vorsitzende der Landesgruppe Berlin-Brandenburg des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU), Harald Jahnke. Auch wäre wünschenswert, das Konzept als länderübergreifendes Wasserressourcenmanagement zu begreifen. So sollte neben Berlin auch Sachsen beispielsweise in die Speicherbewirtschaftung integriert werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 15. Februar 2021 16:47 Uhr

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