Brandenburg will Arztpraxen in Corona-Impfung einbeziehen

Brandenburg will Arztpraxen in Corona-Impfung einbeziehen

Die Brandenburger sollen sich nach dem Willen der Landesregierung auch in Arztpraxen gegen Corona impfen lassen können - wenn die Voraussetzungen dafür stimmen. «Selbstverständlich sollen die Arztpraxen in die Impfkampagne einbezogen werden, sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht», sagte Regierungssprecher Florian Engels am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. «Wir begrüßen, dass viele Ärzte bereit stehen, um damit möglichst bald zu beginnen. Dazu brauchen wir Verlässlichkeit und Transparenz bei den Impfstofflieferungen.» Dafür müsse aber auch die Coronavirus-Impfverordnung geändert werden. Sie sehe derzeit nur Impfungen in Impfzentren, Krankenhäusern und von mobilen Teams vor.

Coronavirus-Impfung

© dpa

Eine Corona-Schutzimpfung mit dem Wirkstoff von Biontech/Pfizer im Impfzentrum Frankfurt (Oder).

Die Kassenärzte in Brandenburg fordern, dass die Corona-Impfung auch beim Hausarzt und in anderen Arztpraxen möglich wird. «Gerade alten und kranken Menschen bleibt durch eine Impfung in der Arztpraxis der mitunter schwierige Weg in ein Impfzentrum erspart», heißt es in einem Papier, das die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) am Sonntag veröffentlichte. «Die Ärzte kennen ihre Patienten am besten und wissen aus ärztlicher Sicht, wer zu den medizinisch priorisierten Gruppen zählt (...).» Die Impfungen in Praxen entlasteten die Terminvereinbarung für Impfzentren. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) solle dies ermöglichen.
Im Januar war in Mecklenburg-Vorpommern ein Test bei Hausärzten angelaufen. Der Qualitätszirkel Potsdamer Hausärzte und der Hartmannbund Brandenburg hatten gefordert, Impfungen schnell in die Hausarztpraxen zu verlagern.
In Brandenburg sollen in den elf Impfzentren momentan über 80-Jährige sowie das Personal von Medizin und Pflege den Schutz bekommen. Wegen Lieferverzögerungen sind gerade keine neuen Termine zu bekommen, fünf Zentren schließen vorübergehend. Ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung sagte, aufgrund des Mangels bei Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna könnten derzeit keine Erstimpfungen angeboten werden. In den Impfzentren in Brandenburg/Havel, Eberswalde, Prenzlau, Luckenwalde und Kyritz könne am Montag und Dienstag nicht geimpft werden. In Berlin sind laut Senatsverwaltung für Gesundheit bei den Impfzentren keine Einschränkungen geplant.
Nach einer Liste des Gesundheitsministeriums sollen zwischen Samstag und diesem Montag 6000 Impfstoffdosen von Moderna ankommen. Am Mittwoch beginnt Brandenburg mit Impfungen des Präparats Astrazeneca. Nach einer Rechnung der Kassenärzte könnten schon im März so viele Impfstoffdosen vorhanden sein, dass die Impfzentren überlastet wären.
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An diesem Montag treten neue Corona-Regeln in Kraft. Die Außenanlagen von Zoos und Tierparks dürfen wieder öffnen. «Freudige Überraschung! Es geht wieder los!» schrieb der Wildpark Schorfheide im Internet. Wenn die Zahl neuer Infektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche über einen Wert von 200 statt derzeit 300 steigt, können Landkreise und kreisfreie Städte dann eigene Schutzmaßnahmen treffen und zum Beispiel Kitas schließen. Sie können auch ein Alkoholverbot auf öffentlichen Straßen und Plätzen anordnen.
Grundschulen öffnen am 22. Februar mit Wechselunterricht zwischen Schule und zuhause. Friseursalons dürfen am 1. März wieder öffnen. Der harte Lockdown gilt ansonsten bis mindestens zum 7. März. Die Zahl neuer Corona-Infektionen ist rückläufig. Die Gesundheitsämter meldeten 236 neue Ansteckungen. Allerdings gab es nicht von allen Kreisen Daten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 14. Februar 2021 16:21 Uhr

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