Forderung nach Stufenplan - Land plant Impf-Anschreiben

Forderung nach Stufenplan - Land plant Impf-Anschreiben

Der Ruf nach einem Stufenplan für den Umgang mit den Corona-Regeln auch für Lockerungen wird in Brandenburg lauter. Die Städte und Gemeinden und CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann dringen auf solche Perspektiven ähnlich wie in anderen Bundesländern. «Die Bevölkerung erwartet jetzt auch so eine gewisse Orientierung», sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Jens Graf, am Montag. Er nannte den Plan von Schleswig-Holstein als Beispiel, der von den Städten und Gemeinden, aber auch von den Landkreisen grundsätzlich begrüßt worden sei. Graf betonte aber: «Wir würden das jetzt nicht als Lockerungsplan bezeichnen.» Je nach Entwicklung der Infektionszahlen könne es auch Verschärfungen geben.

Auch CDU-Landtagsfraktionschef Jan Redmann hält einen Stufenplan zur Frage von Lockerungen für sinnvoll. «Wenn der positive Trend der letzten Wochen weiter anhält, sollten wir auch bestimmte Lockerungen ins Auge fassen», sagte er der «Märkischen Oderzeitung» (Print/Montag). Der Stufenplan von Schleswig-Holstein sei «sehr gut» und könne als Orientierung dienen. «Das würde für Brandenburg bedeuten, dass dort, wo die Inzidenz unter 100 Neuinfizierte je 100 000 Einwohner sinkt, die Grundschulen wieder in den Wechselunterricht gehen können. Das würde ich mir nach zwei Monaten, in denen die Lehrer die Schüler nicht gesehen haben, sehr wünschen.»
In Brandenburg liegt die Zahl neuer Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche seit vergangenen Freitag unter 100. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte allerdings am Donnerstag erklärt, er könne sich schnelle Lockerungen im Februar noch nicht vorstellen. Die Regierungschefs von Bund und Ländern beraten am Mittwoch darüber.
Nach dem vierstufigen Plan der Regierung von Schleswig-Holstein ist ein eingeschränkter Regelbetrieb an Kitas und wechselnder Unterricht in Schulen und zuhause möglich, wenn die Zahl neuer Infektionen je 100 000 Einwohner in einer Woche sieben Tage lang stabil unter 100 liegt. Dann können auch Friseure öffnen. Weitere Lockerungsschritte sieht der Plan aus Kiel vor, wenn die sogenannte 7-Tage-Inzidenz stabil unter 50 liegt. Niedersachsen schlägt sechs Stufen vor. Thüringens Landesregierung wirbt für ein bundesweit einheitliches Szenario für einen Ausstieg aus dem Lockdown und hat einen Plan mit vier Stufen vorgelegt.
Wer sich in Brandenburg impfen lassen will, muss voraussichtlich nicht mehr nur über die Telefon-Hotline 116 117 gehen. Man wolle auch zielgerichtet die Menschen im Alter von über 80 Jahren anschreiben, so wie Berlin das bereits mache, sagte Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft, der auch Leiter des Krisenstabes ist, am Montag dem RRB-Inforadio. Details sind bisher noch unklar. Kitas und Schulen sollen Schnelltests für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bekommen.
Brandenburg erhielt am Sonntag 9600 Dosen des neu zugelassenen Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca. Dieser Impfstoff sei für unter 65-jährige Menschen vorgesehen, sagte Ranft. Voraussichtlich in dieser Woche sollen Termine für das Personal in Krankenhäusern, Altenheimen und in den ambulanten Pflegediensten angeboten werden. Insgesamt sollen ab dieser Woche bis Anfang März knapp 170 000 Impfdosen von Biontech/Pfizer und Astrazeneca nach Brandenburg geliefert werden, sagte Ranft.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Brandenburg verlangte eine schnellere Impfung von Erziehern und Lehrkräften. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), sieht für diese Gruppen aber keine frühere Priorität bei der Impfung. «Natürlich wünschen sich die Kultusminister geimpfte Lehrkräfte, geimpfte Erzieherinnen und Erzieher», sagte sie dem Deutschlandfunk am Sonntag. «Aber ehrlicherweise sind natürlich erst mal die impfberechtigt, die wirklich selber Risikofaktoren haben, so dass eine Krankheit für sie lebensgefährlich werden kann. Und es sind erst mal die dran, die mit Personen arbeiten, die erkrankt sind oder bei denen Erkrankung droht.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 8. Februar 2021 17:37 Uhr

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