Gärtner und Floristen: Warten auf Ende des Lockdowns

Gärtner und Floristen: Warten auf Ende des Lockdowns

Mit Blumengrüßen zum Valentinstag am 14. Februar werden Gartenbaubetriebe und Blumengeschäfte in diesem Jahr auch in Brandenburg kaum ein Geschäft machen. «Wir wünschen uns, dass wir nach dem 15. Februar wieder normal arbeiten und unsere Ware an den Kunden bringen können», sagte Klaus Henschel, Präsident des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg.

Symbolbild "Floristen"

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Eine Floristin arbeitet an einem Blumenstrauß.

Traditionell machen Gartenbaubetriebe und Floristen zum Valentinstag gute Umsätze mit Sträußen, Gestecken und blühenden Töpfen. Als nächstes kommt das Geschäft mit den Frühlingsblühern für die Bepflanzung von Balkonkästen und Schalen oder einfach als Dekoration auf Tischen und Fensterbrettern.
Ein Absatz der Pflanzen aus märkischen Gärtnereien sei seit Mitte Dezember kaum möglich. «Das Wasser steht manchen Betrieben bis zum Hals», sagte Henschel, der Geschäftsführer der Fontana Gartenbau GmbH in Manschow (Landkreis Märkisch-Oderland) ist. Seine Mitarbeiter mussten etwa 35 Prozent der Weihnachtssterne entsorgen, ein Umsatzverlust von etwa 10 000 Euro.
In vielen Gärtnereien wachsen derzeit bereits Frühjahrsblüher wie Primeln oder Stiefmütterchen, aber auch schon erste Pelargonien heran. «Die Kunden wollen sich damit eigentlich auf die neue Jahreszeit einstimmen», sagte Andreas Jende, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Berlin-Brandenburg. Tausende Pflanzen stünden derzeit in den Betrieben landesweit sehr kühl. Damit werde das Wachstum verzögert. Bei ein paar Grad mehr im Gewächshaus öffneten sich dann langsam die Blüten - in etwa drei Wochen müssten dann die Töpfe verkauft werden.
«Ist die Blühprozess eingeleitet, kann nichts mehr rückgängig gemacht werden», sagte Geschäftsführer Jende. Könnte die Ware dann wegen weiterer Corona-Verkaufsbeschränkungen nicht abgesetzt werden, bleibe auch dafür nur der Kompost. «Das wäre ein weiteres wirtschaftliches Desaster für die Firmen», sagte Jende. Mit dem entgangenen Weihnachtsgeschäft fehlten schon etwa 10 bis 15 Prozent der Umsätze. Jeder Tag, an dem nichts verkauft werden könne, werde es finanziell immer enger für die Betriebe.
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Düster sieht es nach Angaben von Manuela Goohsen, Geschäftsführerin des Fachverbandes Deutscher Floristen, Landesverband Berlin-Brandenburg, auch für die märkischen Floristen aus. «Es ist nicht zu verstehen, dass Blumengeschäfte schließen müssten, Supermärkte aber Blumen verkaufen dürfen», sagte sie. Teilweise sei dort das Angebot noch ausgebaut und vervielfacht worden. «Die Umsätze fehlen den regionalen Blumengeschäften», sagte sie.
Einige Läden könnten zwar noch für Blumenversender arbeiten, doch das mache maximal 10 bis 15 Prozent des Umsatzes aus. Events wie Kongresse und Neujahrsempfänge, aber auch Hochzeiten seien abgesagt worden, eigentlich feste Absatzsäulen. «Diese Einnahmen sind seit Dezember vergangenen Jahres weggebrochen», sagte Goohsen.
Durch die Schließungen der Läden würden Kunden auch nicht spontan einen handwerklich und kreativ gebundenen Strauß erwerben. Einige Betriebe informierten an den Schaufensterscheiben, dass per Anruf Blumen geordert werden können: unter Einhaltung der Hygienebedingungen übergeben an der Ladentür oder direkt geliefert in die Wohnung. Auch werden nach ihren Angaben zunehmend soziale Netzwerke genutzt, um über die Arbeit und Angebote zu informieren. «Wichtig ist, in Erinnerung zu bleiben und an die Treue der Kunden zu appellieren», sagte Goohsen. Eine Hoffnung auf Umsätze habe sie für den 8. März: Zum Frauentag werden traditionell in den neuen Ländern gerne Blumen verschenkt.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 2. Februar 2021 09:27 Uhr

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