Woidke informiert Landtag über Corona-Regeln

Woidke informiert Landtag über Corona-Regeln

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird den Landtag am Mittwoch nach der Beratung von Bund und Ländern über mögliche schärfere Corona-Beschränkungen informieren. «Es ist wichtig zügig zusammenzukommen, um über die schwierige Situation und geeignete Gegenmaßnahmen zu beraten», sagte Woidke am Freitag nach Angaben von Regierungssprecher Florian Engels. Woidke beantragte eine Sondersitzung bei Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke, um das Parlament nach der Konferenz der Regierungschefs der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag zu informieren. Die Landesregierung ist verpflichtet, den Landtag über Corona-Maßnahmen zu unterrichten. Der aktuelle Lockdown ist vorerst bis 31. Januar geplant.

Dietmar Woidke (SPD)

© dpa

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg.

In Brandenburg werden Covid-19-Patienten erneut in andere Krankenhäuser verlegt, um Kliniken zu entlasten. Derzeit gebe es «sehr intensiv» Verlegungen, aber nur innerhalb Brandenburgs, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums mitteilte. Nach einer Vorgabe des Ressorts muss sich jede Klinik an der Corona-Versorgung beteiligen. Aus der stark belasteten Lausitzer Region wurden im Dezember 40 Covid-19-Patienten in Berliner Krankenhäuser verlegt.
Die Impfungen des medizinischen Personals an den Kliniken gehen weiter. Am Carl Thiem-Klinikum in Cottbus wurden nach Klinikangaben innerhalb von sechs Tagen 900 Mitarbeiter geimpft. «Generell erleben wir eine relativ hohe Impfbereitschaft», sagte Sprecherin Anja Kabisch. In einer Kampagne seien die Mitarbeiter aufgeklärt worden. Am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam wurden in zehn Tagen 2381 Mitarbeiter geimpft, 68 Prozent des Personals. «Die Impfbereitschaft unter den Mitarbeitenden des Klinikums ist erfreulich hoch», berichtete auch Hans-Ulrich Schmidt, Sprecher der Geschäftsführung.
Im Asklepios-Klinikum in Schwedt (Uckermark) laufen die Impfungen ebenfalls auf Hochtouren. Mehr als die Hälfte des Personals habe einen «Piks» erhalten, wie die Einrichtung mitteilte. Ähnlich sieht es am Klinikum Niederlausitz in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) aus. Dort sind knapp 50 Prozent des Personals geimpft worden.
Brandenburg hat sich im Ländervergleich bei den Impfungen pro 1000 Einwohner deutlich verbessert und liegt mit einem Wert von 13,2 inzwischen auf dem achten Platz im Mittelfeld, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Seit dem 27. Dezember haben 33 263 Menschen im Land eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Die Impfungen waren zunächst schleppend angelaufen, die Landesregierung versucht gegenzusteuern. Zunächst sind Bewohner und Personal von Pflegeheimen, medizinisches Personal sowie über 80-Jährige in Impfzentren dran.
Trotz des verschärften Lockdowns steigt die Zahl neuer Infektionen mit dem Coronavirus in Brandenburg. Innerhalb eines Tages seien 1262 bestätigte neue Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung bleibt mit 56 Patienten hoch. Brandenburg hat einen neuen Corona-Schwerpunkt: Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin meldete fast 417 neue Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 16. Januar 2021 13:30 Uhr

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