Land schränkt Tagesausflüge und Kontakte der Bürger ein

Land schränkt Tagesausflüge und Kontakte der Bürger ein

Wegen der hohen Zahl von Neuinfektionen schränkt Brandenburg die Bewegungsfreiheit der Bürger in extremen Corona-Hotspots deutlich ein. Für Bewohner von Landkreisen und kreisfreien Städten mit mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche seien touristische Reisen und Sport außerhalb eines Radius' von 15 Kilometern um die Landkreise und Städte künftig untersagt, teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach der Kabinettssitzung in Potsdam mit. Die neuen Beschränkungen gelten von Samstag an bis Ende Januar.

Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) spricht

© dpa

Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen) spricht

«Die Situation in Brandenburg ist dramatisch», betonte Woidke. Am Freitag waren 1595 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet worden, ein neuer Höchststand. «Ich glaube, dass uns die schwerste Phase der Pandemie noch bevorsteht», sagte der Regierungschef. «Das Hauptmittel dagegen ist nach wie vor die Beschränkung der Kontakte.»
Daher werden auch die bisherigen Beschränkungen für die Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen fortgeführt. Die nächtliche Ausgangsbeschränkung zwischen 22 und 5 Uhr wird allerdings aufgehoben. Diese sei nur für die Zeit um Weihnachten und Silvester relevant gewesen, meinte Woidke.
BEWEGUNGSEINSCHRÄNKUNGEN: «Dabei geht es insbesondere darum, Wintersportausflüge, wie wir sie in den vergangenen Tagen und Wochen erlebt haben, zu vermeiden», erläuterte Woidke. Diese Beschränkung für Tagestouren gelte, wenn die hohe 7-Tage-Inzidenz fünf Tage lang bestehe. Einkäufe und Arztbesuche bleiben auch außerhalb dieses Radius weiter erlaubt.
Betroffen wären derzeit zehn Landkreise und die drei Städte Potsdam, Cottbus und Frankfurt (Oder). «Wir haben es auf die Landkreise bezogen, weil wir ein ländlich strukturiertes Land sind», sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU) - «um die Austragung des Virus aus den hoch belasteten Landkreisen zu verhindern.»
KONTAKTBESCHRÄNKUNG: Nach der Verordnung sind im privaten Bereich nur noch Treffen mit einer Person eines anderen Hausstands erlaubt. Kinder unter 14 Jahren werden dabei ausgenommen. Bislang waren bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten zulässig.
SCHULEN UND KITAS: Abgesehen von den Abschlussklassen und den Förderschulen müssen die Schüler noch mindestens zwei Wochen zu Hause lernen. Sollten sich die Infektionszahlen günstiger entwickeln, könnten die Grundschulen vom 25. Januar an möglicherweise wieder für den Wechselunterricht geöffnet werden, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD).
Die Kitas bleiben grundsätzlich geöffnet. Ernst appellierte aber an die Eltern, ihre Kinder möglichst zuhause zu betreuen. In Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 300 sollen auch die Kitas geschlossen werden. Dies gelt derzeit zum Beispiel im Landkreis Oberspreewald-Lausitz.
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SPORT: Der Indoor-Sport wird grundsätzlich untersagt. Damit entfalle die Differenzierung zwischen Fitness-Centern und sonstigen Indoor-Sporteinrichtungen, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Ausgenommen sind Sportanlagen, die zu notwendigen medizinischen oder zu sozialtherapeutischen Zwecken genutzt werden.
KANTINEN: Nach der neuen Verordnung müssen Kantinen geschlossen werden. Allerdings dürfen dort Speisen und Getränke zur Mitnahme angeboten werden. Diese Anordnung gilt nicht für Schulkantinen und Betriebe, die eine Versorgung ihrer Beschäftigten anderweitig nicht anders bewerkstelligen können.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 9. Januar 2021 08:22 Uhr

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