Rekord bei Neuinfektionen: Beim Impfen hinkt Land hinterher

Rekord bei Neuinfektionen: Beim Impfen hinkt Land hinterher

Brandenburg hat bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages einen Rekord verzeichnet. Dem Gesundheitsministerium wurden am Donnerstag 1585 neue Ansteckungen gemeldet. 41 neue Todesfälle kamen hinzu. Seit März 2020 starben damit 1349 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Unterdessen konnten deutlich mehr Brandenburger geimpft werden als zuletzt.

Eine Frau wird geimpft

© dpa

Eine Frau wird geimpft.

Besonders kritisch bleibt die Lage im Kreis Elbe-Elster mit einem Wert von rund 429 neuen Ansteckungen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche, gefolgt von Cottbus und dem Kreis Prignitz mit rund 340. Für ganz Brandenburg liegt dieser Wert bei rund 227.
Landesweit wurden bis Mittwoch 8182 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Zwar wurden damit innerhalb eines Tages rund 3000 Brandenburger und Brandenburgerinnen gepikst, allerdings bleibt das Land im bundesweiten Vergleich nach Daten des Robert Koch-Instituts weiter auf dem drittletzten Platz bei den Impfungen pro 1000 Einwohner (3,2). In den Zahlen sind noch nicht die Impfungen in den beiden Impfzentren in Cottbus und Potsdam enthalten. Die beiden Zentren sind seit Dienstag geöffnet. Am kommenden Montag soll dann das Impfzentrum in Schönefeld an den Start gehen.
Die meisten Impfungen gab es demnach in Kliniken (7724), 433 Impfungen fanden in Altenheimen statt. Um mehr Menschen in den Heimen zu impfen, schickt das Deutsche Rote Kreuz Brandenburg (DRK) weitere mobile Impfteams los. Ab der kommenden Woche sollen jeweils bis zu drei Teams in der Prignitz, der östlichen Uckermark, in Eberswalde, Frankfurt (Oder), Oranienburg und Brandenburg/Havel aktiv werden, wie DRK-Sprecherin Marie-Christin Lux sagte. «Wir sind gerade dabei, die Teams aufzustellen.» Es sollen so viele Einrichtungen wie möglich angefahren werden.
Für den Januar haben sich bis Donnerstagvormittag 136 von rund 300 Altenheimen im Land über das Online-Tool des DRK für Termine angemeldet. Rund 24 400 Impfdosen seien dafür bestellt worden. Da jeweils zwei Impfungen nötig seien, sollen rund 12 000 Bewohner und Mitarbeitende in Pflegeheimen geimpft werden.
Die Zahl der Terminvergaben über die Impf-Hotline 116 117 hat sich im Land nach und nach erhöht - durchgestellt wird dennoch nicht jeder Anrufer. «Es läuft insgesamt besser, aber nicht reibungslos», sagte Ministeriumssprecher Dominik Lenz. Von 1136 durchgestellten Anrufen auf der Rufnummer 116 117 am Donnerstagvormittag hätten 1039 Termine vermittelt werden können. Am Montag, als die Hotline an den Start ging, erhielten von 1269 durchgestellten Anrufern 657 einen Termin, also nur etwas mehr als die Hälfte. Wie viele in der Warteschleife hängen bleiben, bleib zunächst offen. Insgesamt sind nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVB) seit dem Start der Hotline mehr als 6500 Erst- und Zweittermine vermittelt worden. Der Impfstoff muss zwei Mal injiziert werden.
Um die Hotline zu entlasten, wird über eine Online-Terminvergabe nachgedacht, sagte Lenz. Außerdem sollten die Brandenburgerinnen und Brandenburger noch einmal per Brief darüber informiert werden, wer sich derzeit impfen lassen kann. Nach Angaben der KVB werden kontinuierlich Mitarbeitende für das Call-Center geschult, die dann eingesetzt werden können. Außerdem werde überlegt, die Erreichbarkeit der Hotline von ursprünglich 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr auf 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr zu verlängern. «Wir brauchen mehr Lösungen für die Vereinbarung von Terminen», sagte KVB-Sprecher Christian Wehry.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 7. Januar 2021 17:05 Uhr

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