Geflügelpest in Nutztierbestand im Landkreis Spree-Neiße

Geflügelpest in Nutztierbestand im Landkreis Spree-Neiße

Die Geflügelpest hat erstmals in Brandenburg einen Nutztierbestand erreicht: In einer Hobbytierhaltung mit Wachteln, Hühnern und Enten in der Gemeinde Schenkendöbern wurde der Geflügelpesterreger H5N8 nachgewiesen. Es sei der erste Nachweis in diesem Jahr im Landkreis Spree-Neiße, teilte das Verbraucherschutzministerium am Dienstag mit. In der Haltung mit gut 50 Tieren hatte es erhöhte Verluste gegeben. Das Landeslabor Berlin-Brandenburg hatte den Subtyp nachgewiesen, das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) bestätigte den Verdacht.

Schild mit der Aufschrift «Geflügelpest Sperrbezirk»

© dpa

Ein Schild mit der Aufschrift «Geflügelpest Sperrbezirk» steht an einer Straße.

Das Geflügelpestvirus war in diesem Herbst in Brandenburg bisher bei vier Wildvögeln nachwiesen worden. Anfang Dezember hatte Verbraucherstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer gesagt, bislang gebe es keine Geflügelpestfälle beim Nutzgeflügel. «Dennoch rufe ich zu höchster Wachsamkeit auf.» Das Ministerium hatte Mitte Dezember Stallpflicht angeordnet. Infektionen bei Menschen mit dem Erreger wurden nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums bisher nicht bekannt.
In Schenkendöbern waren mehrere Tiere verendet, wie der Landkreis mitteilte. Das Veterinäramt habe den Bestand unverzüglich gesperrt. Die verbliebenen Tiere seien auf Anordnung des Veterinäramtes fachgerecht getötet und unschädlich beseitigt worden.
Seit im Oktober die Seuche wieder verstärkt bei Wildvögeln und auch in Nutzbeständen in den benachbarten Bundesländern und europaweit aufgetreten sei, sei Brandenburg in Alarmbereitschaft, sagte Heyer-Stuffer. Die Ursache für die Infektion sei noch unklar.
Nach Angaben des zuständigen Dezernenten des Landkreises, Olaf Lalk, wurden um den Ausbruchsort ein Sperrbezirk im Radius von drei Kilometern und ein Beobachtungsgebiet im Radius von zehn Kilometern eingerichtet. Die betroffenen Geflügelhalter wurden über die erforderlichen Maßnahmen informiert. Mit dem Land Brandenburg und dem Krisenzentrum stehe der Kreis in engem Austausch und nutze die bereits etablierten Prozesse des Krisenmanagements bei der Afrikanischen Schweinepest.
Anfang September war in Schenkendöbern der deutschlandweit erste Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) amtlich bestätigt worden - bei einem toten Wildschwein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 29. Dezember 2020 18:46 Uhr

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