Hilferuf: Brandenburgs Krankenhäuser brauchen Unterstützung

Hilferuf: Brandenburgs Krankenhäuser brauchen Unterstützung

Die beiden größten Krankenhäuser in Potsdam haben eindringlich um Unterstützung bei der Behandlung von Corona-Patienten gebeten.

Ein leeres Bett steht in einer Intensivstation

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Ein leeres Bett steht in einer Intensivstation.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und die Chefs des Klinikums Ernst von Bergmann und des St. Josefs-Krankenhauses wandten sich an die Menschen in Brandenburg und Berlin: «Wir stehen aktuell vor einer der schwierigsten Situationen der vergangenen Jahrzehnte», heißt es in einem Aufruf im Internet, für den am Samstag (19. Dezember 2020) die Stadt Potsdam warb. Gesucht würden Helferinnen und Helfer, Studierende der Medizin, ausgebildete Pflegekräfte, Notfallsanitäter und Rettungsassistenten, «die sich mit uns gegen das Coronavirus stellen». «Jede helfende Hand wird gebraucht.»

Massenanfall von Erkrankten ausgerufen

Potsdam hatte am Freitag den sogenannten Massenanfall von Erkrankten ausgerufen. Damit kann die Koordination besser gesteuert werden, es ist die letzte Stufe vor dem Katastrophenfall. Diesen Massenanfall von Erkrankten hatte das Land bereits ausgerufen. Potsdams Oberbürgermeister Schubert rechnet noch mit einer Verschlimmerung der Lage. «Die aktuelle Situation in den Krankenhäusern ist nur der Blick in den Rückspiegel. Wir haben jetzt so viele aktuelle Neuinfektionen, dass es tatsächlich sehr eng wird», sagte Schubert der «Märkischen Allgemeinen» (Samstag). Er schlug vor, dass Sanitätskräfte der Bundeswehr aus Berlin in Brandenburg helfen.

Weiterhin zahlreiche Neuinfektionen in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen in Brandenburg ist weiter rekordverdächtig hoch: Innerhalb eines Tages seien 1316 neue Fälle hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit. Darin waren keine Fälle aus Potsdam enthalten, die Stadt gab die Zahl am Samstag mit 90 an. Wenn sie hinzugezählt würden, läge die Zahl landesweit über dem Höchstwert von 1328 vom Freitag.

7-Tage-Inzidenz im Landkreis Elbe-Elster über 500

Schwerpunkt ist der Landkreis Elbe-Elster mit fast 517 neuen Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche. Dahinter folgt der frühere Hotspot, der Kreis Oberspreewald-Lausitz, mit einem Wert von 458 - in ganz Brandenburg stieg das Niveau auf fast 267. Als aktuell erkrankt gelten 12 805 Menschen. Landesweit kamen 23 neue Todesfälle hinzu.

51 Brandenburger Patienten nach Berlin verlegt

Die Lage in anderen Krankenhäusern ist ebenfalls angespannt. Zuvor waren 51 Patienten von Südbrandenburg in Berliner Krankenhäuser und zehn Patienten nach Sachsen-Anhalt verlegt worden. Im Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus werden derzeit 57 Patienten behandelt, die an Covid-19 erkrankt sind, davon 17 auf der Intensivstation, teilte die Stadt am Samstag mit. Die Zahlen seien trotz der Verlegung von Patienten weiter hoch.
Das Klinikum Niederlausitz in Senftenberg im Landkreis Oberspreewald-Lausitz sah am Freitag ebenfalls keine Entspannung. Seit einem Hilferuf vor zwei Wochen hätten sich 180 Helfer gemeldet, 29 seien eingestellt. Am 27. Dezember sollen die Impfungen in Brandenburg starten - zunächst mit einem mobilen Team in einem Heim in Oberspreewald-Lausitz.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 19. Dezember 2020 20:07 Uhr

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