Klinikum Niederlausitz entscheidet sich für Sana als Partner

Klinikum Niederlausitz entscheidet sich für Sana als Partner

Der private Krankenhausbetreiber Sana Kliniken AG ist neuer Partner des Klinikums Niederlausitz. Das teilte die Einrichtung am Freitag in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) mit. Das Unternehmen Sana wird demnach zu 51 Prozent am Klinikum beteiligt. Die Entscheidung für den neuen Gesellschafter war zuvor im Kreistag gefallen. Auch das kommunal geführte Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus hatte eine Partnerschaft angeboten.

Sana werde das Klinikum in seiner Neuausrichtung aktiv unterstützen und ihm Sicherheit geben, sagte Landrat Siegurd Heinze. «Die Notfallversorgung sowie die stationäre medizinische Versorgung werden auch in Zukunft gesichert sein.» Die rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten nun Gewissheit.
Bei der Gewerkschaft Verdi sorgte die Entscheidung zugunsten des privaten Krankenhausbetreibers für Kritik. Ralf Franke, zuständiger Gewerkschaftssekretär, warf dem Kreistag vor, wirtschaftlichen Interessen Vorrang eingeräumt zu haben.
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Kritik kam auch von den Brandenburger Linken. Für sie sei diese Entscheidung eine «unglaubliche Verantwortungslosigkeit», erklärte die Landesvorsitzende Anja Mayer. «Seit dem Frühjahr führt uns die Pandemie täglich eindrucksvoll vor Augen, warum Gesundheitsfürsorge in öffentliche Hand gehört.» Ärzte, Pflege und Krankenhäuser dürften nur dem Wohl der Allgemeinheit verpflichtet sein und nicht wirtschaftlichen Interessen Einzelner. Auch die Grünen im Landtag hatten vor der Entscheidung eine kommunale Beteiligung am Klinikum gefordert weil «Krankenhäuser und Profitzwang» nicht zusammenpassten.
Nach Auskunft des Klinikums ist die Situation wegen der hohen Infektionszahlen im Kreis sehr angespannt. Die steigenden Zahlen von Covid-19-Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, seien aktuell nur durch weitläufige Verlegungen zu bewältigen. Allein im Dezember habe das Klinikum 51 Patienten in andere Krankenhäuser verlegt, unter anderem nach Berlin, Bad Saarow, Strausberg, Luckau und Frankfurt/Oder, um alle Notfall- und Akutpatienten aufnehmen zu können.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Dezember 2020 17:58 Uhr

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