Pflegeheime: Corona-Impfungen in Brandenburg ab 27. Dezember

Pflegeheime: Corona-Impfungen in Brandenburg ab 27. Dezember

Die Impfungen gegen das Coronavirus werden in Brandenburg voraussichtlich am 27. Dezember in den Pflegeheimen beginnen. Für die erste Impfung mit einem mobilen Team sei ein Heim im Landkreis Oberspreewald-Lausitz vorgesehen, sagte Landrat Siegurd Heinze (parteilos) am Freitag auf einer Pressekonferenz mit Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) und weiteren Beteiligten. Vom 29. oder 30. Dezember an sollen die Mitarbeiter in den Krankenhäusern geimpft werden.

Eine Pflegerin hält in einem Altenheim die Hand einer Bewohnerin

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Eine Pflegerin hält im Altenheim die Hand einer Bewohnerin.

«Die Impfungen werden sehr viele Menschenleben retten und sehr viel Leid verhindern», sagte Nonnemacher. «Impfungen bereiten den Weg heraus aus dieser schlimmen Pandemie.» Die endgültigen Zulassungen für den Impfstoff würden derzeit für den 26. Dezember erwartet. Tags drauf könne es dann losgehen. Wie schnell die Impfungen voranschreiten können, hänge vor allem von dem Takt und dem Umfang der Lieferungen des Impfstoffs ab. «Aber ein Ende der Krise ist jetzt endlich in Sicht, wenn auch erst im Laufe des Jahres 2021», meinte die Ministerin.
Der Start der ersten beiden Impfzentren ist am 5. Januar in Potsdam und Cottbus vorgesehen, wie der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg, Peter Noack, mitteilte. Zur Bewerbung um einen Impftermin könnten sich die Bürger ab dem 4. Januar an ein Call-Center wenden. Beim Anspruch auf eine Impfung werde es aber eine strenge Reihenfolge geben, die noch bekannt gegeben werde. Zunächst hätten aber über 80-Jährige vorrangig die Möglichkeit, sich impfen zu lassen.
Weitere neun Impfzentren sollen bis Anfang Februar im ganzen Land errichtet werden. Mehr als 1000 Ärzte hätten sich dafür bereits freiwillig gemeldet, berichtete Noack. Ein Impfteam besteht aus dem Arzt und zwei Arzthelferinnen, idealerweise aus derselben Praxis. In den Impfzentren soll jedes Team pro Stunde zehn Bürger impfen.
In den rund 300 Pflegeheimen des Landes setzt das zuständige Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf die Unterstützung der Hausärzte vor Ort, die ihre Patienten kennen. Das DRK ist für die Koordinierung der Termine und den Transport des Impfstoffs in die Heime zuständig.
Der größte unbekannte Faktor sei die Frage, wann und wie viele Impfdosen in Brandenburg ankämen, betonte Nonnemacher. Wenn Deutschland wie angekündigt bis Ende Dezember 400 000 Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer erhalte, entfielen auf Brandenburg zunächst nur 12 000 Impfdosen, erläuterte sie. In jedem Fall seien zwei Impfungen innerhalb von 21 Tagen notwendig.
«Wir spüren an den vielen Anrufen und Zuschriften, dass ein großer Teil der Brandenburger Bevölkerung sich schnell impfen lassen möchte», sagte die Ministerin. Da in den ersten Tagen und Wochen nur kleine Stückzahlen der Impfdosen von den Herstellern zu erwarten seien, bitte sie die Bürger jedoch um Geduld. «Dieser Impfstoff ist aktuell die mit Abstand am meist begehrteste Ware auf der ganzen Welt. Deshalb ist es notwendig und richtig, dass wir am Anfang die besonders betroffenen Risikogruppen vorrangig impfen lassen.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 18. Dezember 2020 15:07 Uhr

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