Anmeldefrist für «Stiftung Anerkennung und Hilfe» verlängert

Anmeldefrist für «Stiftung Anerkennung und Hilfe» verlängert

Menschen, die als Kinder oder Jugendliche in der DDR bis 1990 in sonderpädagogischen, psychiatrischen und Behinderteneinrichtungen Leid und Unrecht erfahren haben, können Hilfen auch weiterhin beantragen. Die Antragsfrist für Leistungen der «Stiftung Anerkennung und Hilfe» ist ein halbes Jahr bis Ende Juni 2021 verlängert worden, wie die Staatskanzlei Brandenburg am Dienstag mitteilte.

Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen)

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Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Brandenburger Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz.

Nach Angaben der Staatskanzlei erhielten rund elf Millionen Menschen in Brandenburg bislang Unterstützungsleistungen. Mit rund 1300 Brandenburgern wurden Beratungsgespräche geführt. Rund 1200 Anspruchsberechtigte erhielten demnach eine Pauschale.
«Unser Ziel ist, möglichst alle Betroffenen zu erreichen», so Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Aufgrund von Einschränkungen oder Belastungen hätten viele von ihnen kaum Zugang zu den üblichen Informationswegen und würden deshalb das Hilfesystem und die Antragsfristen nicht kennen.
Wer Leid und Unrecht und deren Folgen glaubhaft macht, der erhält eine einmalige Pauschale in Höhe von 9000 Euro. Mussten Betroffene im Alter zwischen 14 und 18 Jahren in der Psychiatrie oder einer Behinderteneinrichtung arbeiten, können zudem einmalig bis zu 5000 Euro gezahlt werden, wenn die Arbeit nicht bei der Rente berücksichtigt wird.
Betroffene oder deren rechtliche Betreuer können sich bei der Anlauf- und Beratungsstelle in der Friedrich-Engels-Straße in Potsdam melden. Die Stiftung wird gemeinsam vom Bund, von den Ländern und den evangelischen und katholischen Kirchen getragen. Zu den Leistungen gehören Geld und Rentenersatzleistungen, die öffentliche Anerkennung durch persönliche Gespräche in den Anlauf- und Beratungsstellen sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschehnisse.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 15. Dezember 2020 17:15 Uhr

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