Brandenburg: Woidke stellt harte Beschränkungen in Aussicht

Brandenburg: Woidke stellt harte Beschränkungen in Aussicht

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat für die nächste Woche eine Kabinettsentscheidung über einen harten Lockdown angekündigt. Das Ziel, die Kontakte zu beschränken, sei offensichtlich mit den bisherigen Maßnahmen «nicht gelungen», sagte Woidke am Freitag im privaten BB Radio. «Deswegen wird es ein Lockdown sein müssen, wenn wir uns dazu entscheiden (...), der sehr weitgehend sein wird.» Die Entscheidung sei «sehr wahrscheinlich» für die nächste Woche. Am kommenden Dienstag tagt das Kabinett. Für diesen Freitag war geplant, dass sich die Regierung untereinander und mit den Landräten und Oberbürgermeistern abstimmt.

Gemeinsame Kabinettssitzung Berlin und Brandenburg

© dpa

Dietmar Woidke (l), Ministerpräsident von Brandenburg, und Michael Müller (beide SPD).

Der Regierungschef sprach von einer «sehr dramatischen Situation». Er hält schärfere Corona-Regeln allerdings für nicht sehr wirksam, wenn nicht alle Bürger mitmachen. «Lockdown, Geschäfte schließen oder andere Dinge mehr, die da momentan diskutiert werden, werden nicht viel bringen, wenn die Menschen ihr Verhalten nicht anpassen», sagte Woidke im BB Radio. Er rief jeden einzelnen dazu auf, Abstand zu halten, Hände zu waschen, Alltagsmaske zu tragen - und weiter Geduld zu haben.
Die Regierungschefs der Länder werden nach Angaben von Woidke bis Sonntag gleich mehrmals über schärfere Corona-Regeln beraten. Es gebe «heute Abend nochmal eine Runde der Ministerpräsidenten, am Sonntag die Runde mit der Bundesregierung», sagte er in der Radiosendung.
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch im Bundestag weitergehende Beschränkungen noch vor Weihnachten verlangt. Mehrere Länder kündigten bereits strengere Maßnahmen an, zuletzt Baden-Württemberg einen Lockdown und Ausgangssperren.
Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hatte am Mittwoch von einer sehr ernsten Lage gesprochen. «Es muss allen klar sein, dass wir jetzt härtere Maßnahmen brauchen.»
Die Zahl neuer Corona-Ansteckungen in Brandenburg erreichte mit 972 innerhalb von 24 Stunden einen weiteren Höchstwert. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. Derzeit würden 718 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung in Krankenhäusern behandelt, davon 149 auf der Intensivstation. Im Hotspot von Brandenburg, dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz an der Grenze zum besonders betroffenen Sachsen, lag der Wert neuer Ansteckungen je 100 000 Einwohner in einer Woche bei 465 - in der Stadt Brandenburg/Havel dagegen nur bei 76.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. Dezember 2020 12:09 Uhr

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