Amadeu Antonio: Gedenken an Opfer rassistischer Gewalt

Amadeu Antonio: Gedenken an Opfer rassistischer Gewalt

Die Brandenburger Landesintegrationsbeauftragte Doris Lemmermeier hat am Sonntag an den vor 30 Jahren an den Folgen eines rassistischen Überfalls in Eberswalde gestorbenen Angolaners Amadeu Antonio erinnert. Das Gedenken an ihn sei allen eine Verpflichtung, weiter gegen Rassismus und Gewalt zu kämpfen, betonte sie am Sonntag in einer Mitteilung. Es müsse alles getan werden, um zu verhindern, dass in Brandenburg noch einmal so etwas geschehe. «Die Tat ist und bleibt unfassbar», sagte sie. Was tröste, sei das, was daraus entstanden sei. Unter anderem engagiere sich die Amadeu Antonio Stiftung bundesweit gegen Rechtsextremismus und Gewalt und halte die Erinnerung an ihn wach.

Eine Gedenktafel für Amadeu Antonio Kiowa steht in Eberswalde

© dpa

Eine Gedenktafel für Amadeu Antonio Kiowa steht in Eberswalde.

«Diese Schandtat enthemmter Skinheads erfüllt noch heute unzählige Menschen nicht nur in Eberswalde und ganz Brandenburg mit Scham und Entsetzen», sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Es dürfe keine Toleranz geben bei rassistischen Sprüchen, bei Stigmatisierung oder Herabsetzung anders Aussehender, beim Schüren von Menschenfeindlichkeit und Säen von Gewalt. «Denn oftmals folgen Worten brutale Taten», betonte er.
Der Angolaner Amadeu Antonio Kiowa war als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen. Rechtsextremisten schlugen ihn am 24. November 1990 in Eberswalde brutal nieder. Am 6. Dezember 1990 starb er an seinen Verletzungen. Er war eines der ersten Todesopfer rechtsextremistischer Gewalt nach der Wiedervereinigung.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 6. Dezember 2020 10:57 Uhr

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