Armbruster: In Pandemie Augenmaß für Behinderte

Armbruster: In Pandemie Augenmaß für Behinderte

Zum Tag der Menschen mit Behinderungen an diesem Donnerstag hat Brandenburgs zuständige Landesbeauftragte Janny Armbruster zu mehr Solidarität und Achtsamkeit aufgerufen. In der Corona-Pandemie sorgten sich viele Menschen um ihre Gesundheit und finanzielle Lage oder litten unter Einsamkeit. Das betreffe Menschen mit Behinderung besonders oft, erklärte sie am Mittwoch. Ihre Belange dürften jetzt in der Krise nicht aus dem Blick geraten. «Ich habe große Sorge, dass die Krise uns auf dem Weg hin zu einer gleichberechtigten Teilhabe zurückwirft», sagte Armbruster. Sie appellierte an Pflegeeinrichtungen, Besuche unter Auflagen trotzdem zu ermöglichen.

Janny Armbruster spricht bei einer Pressekonferenz

© dpa

Janny Armbruster (Bündnis 90/Die Grünen) spricht während einer Pressekonferenz.

Auch die Maskenpflicht sei für manche Menschen mit Behinderungen ein großes Problem, beispielsweise für Gehörlose, die von den Lippen ihres Gegenübers lesen, erklärte die Landesbeauftragte. Ein ärztliches Attest könne sie zwar von der Maskenpflicht befreien, doch würden gerade diese Menschen in der Öffentlichkeit oft diskriminiert. Beispielsweise würden sie mitunter Maskenverweigerern gleichgesetzt. Deshalb sei es geboten, mit Augenmaß und Rücksichtnahme zu agieren, forderte Armbruster.
In Brandenburg leben nach Angaben des Integrationsministeriums rund 508 000 Menschen mit festgestellten Behinderungen, darunter sind 335 000 mit einer Schwerbehinderung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 2. Dezember 2020 17:45 Uhr

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