Brandenburgs Landwirte: Nachhaltigkeit und mehr Tierwohl

Brandenburgs Landwirte: Nachhaltigkeit und mehr Tierwohl

Mehr Brandenburger Produkte bei der Versorgung der Bevölkerung im Berliner Umfeld und bessere Bedingungen für die Haltung der Tiere im Stall: Das sind zwei Ziele, über die der Landesbauernverband (LBV) am Donnerstag auf einer Mitgliederversammlung beraten hat. Bei der Versorgung der Hauptstadtregion Brandenburg Berlin wollen die Landwirte künftig regionale Produkte und auch das Tierwohl mehr in den Blick nehmen, heißt es etwa in einem beschlossenen Papier mit dem Titel «Der neue Brandenburger Weg», in dem Zukunftsperspektiven für die Landwirtschaft 2030 aufgeführt sind. Die Landwirte sehen den Schritt hin zu mehr regionaler Ernährungsverantwortung als Chance für mehr Nachhaltigkeit und auch als Zukunftsperspektive für sich selbst, wie der Verband mitteilte.

Regionale Lebensmittel

© dpa

Regionales Bio-Gemüse.

Die Vorschläge zeigten auf, was möglich ist, wenn in der Politik die richtigen Rahmenbedingungen gesetzt werden, erklärte LBV-Präsident Henrik Wendorff. «Bleibt bei den Rahmenbedingungen jedoch alles wie es ist, haben unsere Vorschläge keine Chance auf Umsetzung», warnte der 55-jährige Bio-Landwirt. Wendorff wurde von den 156 Delegierten mit 99,2 Prozent der Stimmen für weitere vier Jahre an die Spitze des Verbandes gewählt.
Das Zukunftspapier enthält zudem Vorschläge für die Bereiche Ackerbau und Tierhaltung, aber auch zum Tierschutz und der Tiergesundheit. In der Schweinehaltung sollen unter wissenschaftlicher Begleitung «Tierwohlstall-Plätze» entstehen, um dem zu erwartenden Rückgang der Sauenplätze von 30 Prozent in der klassischen Haltung bis 2030 zu begegnen, so der Vorschlag der Landwirte. Bei Aufzucht und Mast solle zudem auf Kastration und Kupieren verzichtet werden. In geschlossenen Systemen oder engen Kooperationen könnten regionale Tierwohlstall-Ferkel produziert werden. Bis zum Jahr 2030 wären das mindestens 300 000 Tierwohl-Ferkel bis zur Schlachtreife für die Versorgung der Hauptstadtregion, heißt es weiter.
Für diese Maßnahmen sind dem Papier zufolge nicht nur faire Preise notwendig, sondern auch eine Sonderförderung zum Aufbau von Tierwohl-Stall-Kapazitäten und der Aufbau einer regionalen, konzernunabhängigen Schlacht- und Verarbeitungsstruktur.
Vivantes (2)
© Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH

Pflegekraft statt Superkraft...

…und trotzdem heldenhaft. Wenn du auch ein unschlagbarer Teamplayer bist, dann bewirb dich jetzt als Pflege-Held*in auf vivantes-karriere.de! mehr

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hob in einer Videobotschaft an die Landwirte noch einmal hervor, wie schwierig die Situation für Brandenburgs Bauern aktuell sei: Themen wie Corona, die Afrikanische Schweinepest und die Folgen der Dürrejahre seien beherrschende Themen. Alles zusammen sei für viele Landwirte existenziell. Das sei der Landesregierung und ihm persönlich sehr bewusst, so Woidke.
Trotz allem müsse der Blick in die Zukunft gehen. «Auf EU-Ebene wollen wir das Bestmögliche für unsere ostdeutsche Agrarstruktur herausholen», betonte der Regierungschef. Auf Landesebene werde - auch mit dem Landesverband - derzeit das agrarstrukturelle Leitbild entwickelt, um die regionale Landwirtschaft zu stärken und nach Möglichkeit Bodenspekulationen entgegenzutreten. Über das Leitbild hatten die Delegierten mit Agrarminister Axel Vogel (Grüne) diskutiert. Das Land bereitet das Agrarstrukturgesetz vor, um den Ausverkauf landwirtschaftlicher Flächen zu verhindern.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 26. November 2020 14:36 Uhr

Weitere Meldungen aus Brandenburg