Prämien für Meister zur Unternehmensgründung weiter gefragt

Prämien für Meister zur Unternehmensgründung weiter gefragt

Das Interesse am Erwerb von Meisterbriefen in Brandenburg ist nach wie vor groß. Die Corona-Pandemie habe nicht dafür gesorgt, dass die Teilnehmerzahlen in den Meisterklassen zurückgegangen seien. «Im Gegenteil: Wir verzeichnen eher eine stärkere Nachfrage gegenüber dem Vorjahr», sagte Ines Weitermann, Sprecherin der Potsdamer Handwerkskammer.

Ein Meisterbrief hängt in einem Friseursalon

© dpa

Ein Meisterbrief hängt in einem Friseursalon.

Im vergangenen Jahre wurden im Land 425 Meisterabschlüsse gezählt. Derzeit sind knapp 1500 Meisterschüler in Ausbildung. Am gefragtesten sind nach Angaben der Handwerkskammern Elektrotechniker, Kraftfahrzeugtechniker, Installateure und Heizungsbauer, Landmaschinenmechaniker, Metallbauer, Friseure und Konditoren.
In Zeiten von Corona seien die Prämie und Konditionen für frischgebackene Meister zur Gründung eines Betriebes überarbeitet worden, sagte Andrea Beyerlein, Sprecherin des Wirtschaftsministeriums. Interessenten solle so leichter der Zugang ermöglicht werden. Neben der Erhöhung der Prämien wird derzeit keine Frist gesetzt, in welchem Zeitraum nach der Prüfung die Gründung erfolgen muss.
Eine Basisförderung von 12 000 Euro steht damit bereit. Das Geld ist dafür gedacht, um Beteiligungen an einem Betrieb einzugehen oder direkt einen Handwerksbetrieb zu übernehmen. Zuvor waren es 8700 Euro. Für einen neuen Arbeitsplatz gibt es zusätzlich 5000 Euro - bislang waren es 3300. Ein neuer Arbeits- oder Ausbildungsplatz für eine Frau kann mit maximal 7000 Euro gefördert werden.
Seit 2015 wird in Brandenburg die Prämie für Meister gewährt. Von Oktober 2015 bis Ende September diesen Jahres wurden 460 Anträge mit einem Volumen von rund 5,2 Millionen Euro gestellt. Im Vorjahr waren es 108 Anträge, in den ersten neun Monaten diesen Jahres waren es 72.
Die Gründe für eine Ausbildung seien vielfältig, hieß es. In vielen Regionen stünden Hunderte Unternehmensnachfolgen an. «Der Meister ist die Basis, um einen Betrieb zu übernehmen», sagte die Sprecherin der Handwerkskammer. Junge Meister wollten die Position im eigenen Betrieb stärken oder planten eine Selbstständigkeit. Meister in einem Betrieb seien auch ein Qualitätsmerkmal. Zudem könne damit auch der Nachwuchs gesichert werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 19. November 2020 09:32 Uhr

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