Archäologische Spuren der Pogromnacht in Neuruppin gefunden

Archäologische Spuren der Pogromnacht in Neuruppin gefunden

Bei einer archäologischen Grabung in Neuruppin sind Spuren des Pogroms von 1938 gefunden worden. Bei Grabungen in der Bahnhofstraße wurden unter anderem Scherben edlen Geschirrs sowie ein Mokkalöffel mit Monogramm geborgen, die dem Besitz des jüdischen Arztes Alfred Hirsch zugeschrieben werden. Das teilte das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologische Landesmuseum (BLDAM) am Freitag mit. Die Reste des Pogroms wurden demnach offenbar im Vorgarten des Hauses verscharrt.

Die bereits im April gefundenen Stücke werden zusammen mit bereits 2006 gefundenen Scherben, Teilen des Nachlasses von Alfred Hirsch sowie Handakten der Staatsanwaltschaft im Museum Neuruppin ausgestellt. Eine künftige Dauerausstellung zum Thema «Pogromnacht» soll an die Ereignisse von 1938 erinnern. Die Pogromnacht war der Auftakt für die völlige Entrechtung der Juden in Deutschland.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 6. November 2020 15:50 Uhr

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