Vor Teil-Lockdown Ausflügler unterwegs

Vor Teil-Lockdown Ausflügler unterwegs

Vor Beginn der verschärften Beschränkungen des öffentlichen Lebens ab diesem Montag haben Brandenburger das Wochenende noch einmal zu Ausflügen in Freizeiteinrichtungen genutzt. Einen Ansturm etwa auf Freizeitbäder gab es aber nicht, wie eine dpa-Umfrage ergab. Mit Blick auf die Halloween-Nacht berichtete die Polizei von wenigen Einsätzen. Unterdessen bleibt die Zahl der Ansteckungen im Land weiter hoch. Das Gesundheitsministerium rief dazu auf, die Corona-Warn-App zu nutzen, damit Infektionsketten schneller erkannt und unterbrochen werden können.

Untersuchungen zum Coronavirus

© dpa

Eine Laborantin sortiert Proben.

Zahlreiche Badelustige und Saunaliebhaber besuchten am Sonntag noch einmal Freizeitbäder und Thermen. Die Fläming-Therme in Luckenwalde (Teltow-Fläming) und die Natur-Therme in Templin (Uckermark) waren im Vergleich zu Samstag sehr gut besucht, wie Mitarbeiterinnen berichteten. In der Saarow-Therme in Bad Saarow (Oder-Spree) herrschte am gesamten Wochenende ein unter den gegebenen Umständen normaler Betrieb, wie eine Mitarbeiterin sagte. Die Kapazitäten seien durch die Hygienevorgaben bereits begrenzt. Die Kristall-Therme in Bad Wilsnack verzeichnete am Sonntag noch einmal einen Andrang von Besuchern (Prignitz). Auch das größte Erlebnisbad Brandenburgs, die Urlaubswelt Tropical Islands in Krausnick (Dahme-Spreewald), war nach eigenen Angaben gut gebucht.
Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen müssen sich die Menschen in Brandenburg ab Montag auf weitreichende und einschneidende Maßnahmen einstellen. Kinos, Theater, Museen, Freizeitparks, Klubs aber auch Schwimmbäder, Thermen und Saunen sowie Fitnessstudios bleiben im November geschlossen.
Unterdessen bleibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen im Land weiter auf hohem Niveau. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag sind innerhalb eines Tages 280 nachgewiesene Fälle hinzugekommen. Am Samstag waren es 377, am Freitag hatte mit 422 die Zahl der Ansteckungen einen Höchstwert erreicht. Aktuell sind 3187 Menschen erkrankt - ein Anstieg um 241 im Vergleich zum Vortag. Seit März haben sich damit laut Ministerium (Stand 11.00 Uhr) 8728 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Bislang starben 206 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19. Innerhalb von 24 Stunden kam demzufolge kein neuer Todesfall hinzu.
Bis auf Märkisch-Oderland gelten mittlerweile alle Landkreise und kreisfreien Städte als Risikogebiete mit einem kritischen Wert von mindestens 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Den höchsten Inzidenzwert im Land meldete am Sonntag der Landkreis Elbe-Elster mit 134,5, gefolgt von der Stadt Cottbus mit 127 und den Landkreisen Spree-Neiße (111,7) und Oberspreewald-Lausitz (96). Für das gesamte Land liegt der Wert bei 77,6.
Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) rief dazu auf, die Corona-Warn-App des Bundes zu nutzen. Je mehr Menschen diese App nutzten, desto schneller könnten Infektionsketten erkannt und unterbrochen werden, erklärte sie am Sonntag. Zudem würden Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung entlastet. Die Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts (RKI) informiert Nutzer, wenn sie Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten. Die App kann kostenlos heruntergeladen werden.
Die Polizei in Brandenburg verzeichnete in der Halloween-Nacht nach eigenen Angaben keine größeren Verstöße gegen die Pandemie-Verordnungen. Die Zahl der Einsätze sei vergleichbar mit dem des vergangenen Wochenendes, berichtete Lars Morgenstern vom Lagezentrum in Potsdam. Politiker hatten an die Bürger appelliert, bei Halloween-Partys auf die beliebten Klingeltouren von Haus zu Haus zu verzichten.
In Potsdam löste die Polizei eine Party in einem Parkhaus auf. Dort hatten den Angaben zufolge 38 Jugendliche gefeiert. Es seien Verfahren wegen ruhestörenden Lärms und wegen Verstoßes gegen die aktuellen Bestimmungen zur Eindämmung des Coronavirus aufgenommen worden, hieß es. In Heiligengrabe (Ostprignitz-Ruppin) feierten auf einem Grundstück 14 Menschen aus mehreren Haushalten. Die Polizei informierte das zuständige Gesundheitsamt. Für private Feiern besteht laut Brandenburger Verordnung eine Meldepflicht. Es dürfen sich nur bis zu 10 Menschen aus zwei Haushalten treffen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 1. November 2020 16:59 Uhr

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