377 neue Corona-Ansteckungen: Sieben weitere Todesfälle

377 neue Corona-Ansteckungen: Sieben weitere Todesfälle

Die Zahl der Ansteckungen mit dem Corona-Virus bleibt in Brandenburg auf hohem Niveau. Das Gesundheitsministerium meldete am Samstag 377 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Am Freitag hatte die Zahl der Ansteckungen mit 422 einen Höchstwert erreicht. Am Donnerstag waren es 341 bestätigte Neuinfektionen, am Mittwoch 238 Ansteckungen. Innerhalb eines Tages stieg die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 um sieben auf 206. Am Freitag hatte die Landesregierung einschneidende Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen.

Coronatest

© dpa

Ein Abstrichstäbchen wird in einer ambulanten Corona-Test-Einrichtung gehalten.

Bis auf die Landkreise Märkisch-Oderland (28,6) und Oder Spree (45,9) gelten alle Landkreise und kreisfreien Städte als Risikogebiete mit einem kritischen Wert von 50 oder mehr Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Vor allem der Süden Brandenburgs ist betroffen. Im Landkreis Elbe-Elster stieg der Wert auf den Höchstwert 150,3 gefolgt vom Kreis Spree-Neiße (131) und Cottbus (122). Auch in den Kreisen Ostprignitz-Ruppin (90), Oberspreewald-Lausitz (85,9) und Teltow-Fläming (82,9) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz deutlich über der kritischen 50-ziger Marke. Für ganz Brandenburg liegt dieser Wert bei 72,7.
Ab einem Wert von 50 gelten besonders starke Begrenzungen bei Veranstaltungen und privaten Feiern. Zudem sind Kontakte im öffentlichen Raum auf maximal zehn Personen oder einen Hausstand beschränkt.
Allein der Landkreis Oberhavel meldete 53 neue Ansteckungen mit dem Virus innerhalb eines Tages, gefolgt vom Kreis Teltow-Fläming mit 50 Neuinfektionen. In Potsdam kamen 30 neue Ansteckungen hinzu. Die Landeshauptstadt zählt mittlerweile 1037 Corona-Infizierte, die höchste Zahl an Infizierten im Land. Es folgt der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 973 Fällen.
Damit haben sich seit März 8448 Menschen im Land mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Erkrankten stieg um 304 auf 2946. Als genesen gelten 5296 Menschen - 66 mehr als einen Tag zuvor.
Angesichts der weiter steigenden Infektionszahlen müssen sich die Menschen in Brandenburg ab kommenden Montag auf weitreichende und einschneidende Maßnahmen einstellen. Gastronomische Betriebe sowie Einrichtungen der Freizeitbranche und der Kultur sollen für den gesamten November geschlossen werden. Hotels dürfen keine Touristen mehr beherbergen. Schon bereits angereiste Urlauber müssen das Land bis kommenden Mittwoch verlassen. Das Verbot gilt nicht für die Vermietung von Ferienhäusern mit einer Laufzeit von mindestens einem Jahr. Schulen und Kitas sollen offen bleiben.
Ministerpräsident Dietmar Woidke hatte die Corona-Beschränkungen am Freitag verteidigt und zugleich Verständnis gezeigt. «Vielen gehen die Einschränkungen des Alltags gehörig auf den Wecker», sagte der SPD-Politiker. «Es bleibt uns aber keine andere Wahl.» Die Maßnahmen müssten getroffen werden, damit Schulen, Kitas und Betriebe weiterarbeiten könnten und die Menschen möglichst weitgehend gesund blieben. Man werde in 14 Tagen sehen, ob die Maßnahmen gegriffen haben oder ob noch härtere notwendig seien.
Am Freitagabend hatten in Cottbus etwa 350 Menschen gegen die beschlossenen neuen Corona-Beschränkungen demonstriert. Gastredner waren unter anderem AfD-Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland, der Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke und der sächsische Pegida-Mitgründer Siegfried Däbritz. Gauland sprach von einer «Corona-Diktatur», in der Grundrechte außer Kraft gesetzt würden. Die Beschränkungen in der Pandemie seien unverhältnismäßig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 31. Oktober 2020 14:32 Uhr

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