AfD-Fraktionschef wirft Landesregierung «Angstmache» vor

AfD-Fraktionschef wirft Landesregierung «Angstmache» vor

In der Sondersitzung des Brandenburger Landtags zum geplanten Teil-Lockdown wegen der Corona-Pandemie hat AfD-Fraktionschef Hans-Christoph Berndt der Landesregierung «Angstmache» vorgeworfen. «Von einer Überforderung des Gesundheitssystems waren wir während der gesamten Pandemie weit entfernt, und wir sind es auch heute noch», erklärte Berndt in der Plenardebatte am Freitag. In Brandenburgs Krankenhäusern müssten aktuell 20 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch beatmet werden, dies beanspruche nur 2 Prozent der Intensivbetten. «In dieser Situation verursache Sie mit Ihrer Politik große Kollateralschäden», warf Berndt Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) vor.

Hans-Christoph Berndt spricht während einer Pressekonferenz

© dpa

Hans-Christoph Berndt, Vorsitzender der Brandenburger AfD, spricht während einer Pressekonferenz.

Die Sterblichkeit bei Covid-19-Patienten liege nach wissenschaftlichen Studien nur bei 0,1 bis 0,2 Prozent und reiche damit bei weitem nicht an die Werte der Spanischen Grippe heran, meinte Berndt. Die AfD-Fraktion forderte die Landesregierung daher in einem Entschließungsantrag auf, alle Corona-Beschränkungen aufzuheben und die Risikogruppen in der Bevölkerung zu schützen sowie medizinisch zu versorgen.
SPD-Fraktionschef Erik Stohn warf Berndt daraufhin eine «schändliche» Politik vor. «Wenn wir erst handeln, wenn die Sterblichkeitszahlen die Werte der Spanischen Grippe erreichen - dann ist es zu spät», mahnte Stohn.
CDU-Fraktionschef Jan Redmann verwies darauf, dass sich die Zahl der belegten Intensivbetten seit gut einem Monat von Woche zu Woche verdoppelt habe. Wenn sich dieser Trend fortsetze, seien in fünf Wochen mit 640 alle Intensivbetten belegt. Daher müsse die Landesregierung mit allen Mitteln einer Überforderung des Gesundheitssystems entgegenwirken.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 30. Oktober 2020 11:51 Uhr

Weitere Meldungen