Tödlicher Streit wird vor Landgericht verhandelt

Tödlicher Streit wird vor Landgericht verhandelt

Blutspuren im Treppenhaus eines Wohn- und Geschäftshauses in Basdorf (Barnim) haben im März die Polizei auf den Plan gerufen. In einer Wohnung fanden die Beamten den zerstückelten Leichnam eines Mannes, Teile des Körpers waren in einem Rollkoffer verstaut. Der mutmaßliche Täter hatte die Flucht ergriffen, sich zwei Wochen später allerdings den Behörden in der tschechischen Hauptstadt Prag gestellt.

Ein Modell der Justitia steht auf einem Tisch

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Ein Modell der Justitia steht auf einem Tisch.

Seit Ende März sitzt der 27-Jährige in Untersuchungshaft. Von kommendem Montag (26. Oktober) an wird ihm am Landgericht Frankfurt (Oder) der Prozess gemacht (Az.: 22 Ks 2/20). Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor. Im Fall einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Freiheitsstrafe zwischen 5 und 15 Jahren.
Täter und Opfer sind nach Angaben des Frankfurter Landgerichts vietnamesische Staatsbürger. Laut Anklage hatten sie gemeinsam in einer Wohnung im Wandlitzer Ortsteil Basdorf gewohnt. Am 9. März dieses Jahres sollen die beiden Männer aus bisher nicht ermittelten Gründen in Streit geraten sein - zunächst verbal, im Verlauf wurde es eine körperliche Auseinandersetzung. Dabei habe der Angeklagte auf sein 28 Jahre altes Opfer mit einem etwa 20 Zentimeter langen Messer eingestochen um es zu töten. An Brust, Hals und am Rücken schwer verletzt, soll der Angegriffene mit letzter Kraft in den Hausflur geflüchtet sein, wo er zusammengebrochen und gestorben sei.
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Laut Anklage hatte der 27-Jährige die Tötung seines Mitbewohners anschließend verdecken wollen. Er soll sein Opfer deshalb in die gemeinsame Wohnung zurückgeschleppt haben, um den Leichnam im Badezimmer zu zerstückeln. Der gelernte Koch soll mit einem Küchenmesser beide Beine und den linken Arm abgetrennt haben, um sein Opfer anschließend in einem Rollkoffer zu verstauen. Dabei sei der Angeklagte vom Klingeln an der Haustür gestört worden. Er habe Koffer und Leichnam zurückgelassen und die Flucht ergriffen, heißt es in der Anklageschrift. Anwohner hatten die Blutspuren im Hausflur entdeckt und die Polizei alarmiert.
Den tschechischen Beamten soll der Angeklagte gestanden haben, im Berliner Umland einen Mann getötet zu haben. Er wurde nach Deutschland ausgeliefert, nachdem die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) einen europäischen Haftbefehl beantragt hatte. Für das Strafverfahren sind sieben Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 23. November gesprochen werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 23. Oktober 2020 05:25 Uhr

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