Bundesratspräsident Woidke: «Vom Osten kann man viel lernen»

Bundesratspräsident Woidke: «Vom Osten kann man viel lernen»

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat 30 Jahre nach der Wiedervereinigung dazu aufgerufen, Ostdeutschland auch als Vorbild zu sehen. «Vom Osten kann man viel lernen», sagte der amtierende Bundesratspräsident am Samstag beim Festakt der zentralen Einheitsfeier in der Metropolishalle in Potsdam. «Eine selbstbewusste Frauenpolitik, Betriebskindergärten oder Polikliniken als Gesundheitszentren sind nur einige wenige Beispiele.» Für eine neue gesamtdeutsche Generation sei das normaler Lebensstandard. «Wir älteren Ostdeutschen sind mittlerweile souverän genug, einfach stolz darauf zu sein.»

Dietmar Woidke

© dpa

Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, spricht.

Der Bundesratspräsident forderte gemeinsame Kraftanstrengungen von Ost und West. Der Prozess des Zusammenwachsens werde weiter Kraft und Zeit kosten, sagte Woidke. «Dabei ist entscheidend, dass wir alle ihn gemeinsam nach vorn bringen - mit guter Grundhaltung, ohne Scheuklappen und ohne Vorurteile.» Die Deutsche Einheit nannte er einen großen Erfolg, sie sei aber keine reine Erfolgsgeschichte. Rückschläge, Niederlagen und Fehler gehörten dazu. «Entscheidend ist aber, dass wir daraus gelernt haben», sagte er.
Der Brandenburger Regierungschef warnte, es werde oft vergessen und von manchen bewusst ausgeblendet, «in welchem Land der Freiheit wir heute in Deutschland leben». «Das (...) dürfen wir nicht zulassen», sagte Woidke. Er rief dazu auf, dass sich die Bundesbürger auch in der Corona-Krise nicht auseinanderdividieren lassen sollten. «Nutzen wir die Zuversicht und das Wir-Gefühl, das wir uns gemeinsam erarbeitet haben! (...) Richtig gut sind wir in Deutschland immer dann, wenn wir zusammenhalten!»
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 3. Oktober 2020 12:43 Uhr

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