Wasserverband billigt Erschließungsantrag für Tesla

Wasserverband billigt Erschließungsantrag für Tesla

Für den Bau der E-Auto-Fabrik in Grünheide bei Berlin ist eine weitere Weiche gestellt worden. Der Wasserverband Strausberg-Erkner billigte am Dienstagabend den Erschließungsantrag für das Werk von US-Elektroautohersteller Tesla. Der Beschluss sei möglich geworden, da Tesla den Wasserbedarf im Genehmigungsantrag gesenkt habe und durch die Behörden zusätzliche Entnahmemengen genehmigt worden seien, teilte der Verband mit. Zuvor hatte der RBB berichtet.

Blick auf die Baustelle für das Tesla-Werk in Grünheide

© dpa

Blick auf die Baustelle für das Tesla-Werk (Aufnahme mit einer Drohne). Ab nächstem Sommer will der US-Elektroautobauer bis zu 500 000 Fahrzeuge jährlich in Grünheide (Oder-Spree) produzieren. (zu "Musk wirbt um Jobs für Tesla-Fabrik - Infrastrukturpläne vorgestellt")

Kritiker befürchten negative Folgen für Natur und Grundwasser durch den Bau der Giga-Factory und warnten auch vor immensem Wasserverbrauch. Noch im Juni habe der Wasserverband keine positive Prognose für die Genehmigung abgegeben, geht aus Unterlagen hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Im Juli warnte der Vorsteher des Verbands intern vor zu wenig Trinkwasser bei einem weiteren Ausbau. Die Landesregierung hatte erklärt, sie halte die Probleme für lösbar.
Tesla reduzierte inzwischen den prognostizierten Wasserverbrauch in der Spitze von 3,3 Millionen auf rund 1,4 Millionen Kubikmeter im Jahr.
Mit der Entscheidung in nichtöffentlicher Sitzung werde die Ver- und Entsorgung der Tesla-Fabrik in der ersten Ausbaustufe mit den beantragten Mengen aus dem Genehmigungsverfahren und den derzeit verfügbaren Wasserressourcen sichergestellt, teilte der Verband weiter mit. Der Beschluss nütze allen Verbandsgemeinden.
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An diesem Mittwoch (23. September) treffen Kritiker bei einer öffentlichen Anhörung auf das Landesamt für Umwelt, das für die umweltrechtliche Genehmigung zuständig ist. Gegen die Fabrik gibt es 406 formelle Einwände, über die bei dem Termin in Erkner debattiert werden soll. Tesla will danach eine der letzten Hürden für die abschließende Genehmigung nehmen.
Wann grünes Licht für das Projekt in Grünheide kommt, ist offen. Tesla baut bisher über vorläufige Befugnisse für einzelne Bauschritte. Tesla-Chef Elon Musk hatte sich Anfang September ein Bild von der Baustelle gemacht. In Grünheide sollen vom kommenden Sommer an 500 000 Elektroautos pro Jahr mit rund 12 000 Mitarbeitern gebaut werden - in einer ersten Ausbaustufe. Musk plant dort auch die Fertigung von Batterien.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 22. September 2020 23:01 Uhr

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