Dauerausstellung über Aufseherinnen des KZ Ravensbrück

Dauerausstellung über Aufseherinnen des KZ Ravensbrück

Eine Dauerausstellung über Aufseherinnen im ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück ist am Sonntag in der heutigen Mahn- und Gedenkstätte eröffnet worden. Sie thematisiert die Geschichte der etwa 3340 Frauen, die von 1939 bis 1945 als Aufseherinnen im KZ tätig waren und dort auch für den Einsatz in anderen Lagern, etwa im KZ Auschwitz, ausgebildet wurden. Neben Fotos, Objekten und Dokumenten werden Briefe einer dienstverpflichteten Aufseherin ausgestellt. Auch sind Aussagen von den wenigen Frauen zu sehen, die den Einsatz aus Gewissensgründen verweigerten. Zudem ist die Strafverfolgung ehemaliger Aufseherinnen ein Thema. Die Ausstellung wurde mit 400 000 Euro vom Kulturministerium gefördert.

Kulturstaatssekretär Tobias Dünow sagte bei der Eröffnung der Schau «Im Gefolge der SS - Aufseherinnen des Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück», die Ausstellung sei ein wichtiger Beitrag, um die Motivation der damaligen Täterinnen zu begreifen. Sie zeige auch, dass es eben keinen unentrinnbaren Zwang zum Dienst bei der SS gegeben habe. «(...)Man konnte auch Nein zu den Nazis sagen, wie es etwa die Widerstandskämpferin Irmgard Heydorn tat», so Dünow.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Der Blick auf die Täterinnen schärfe auch die Bedeutung der heutigen Verantwortung, betonte der Staatssekretär. «Wir tragen die Verantwortung dafür, dass Hetze, Hass, Ausgrenzung und Verfolgung keinen Raum bekommen und dass unsere Gesellschaft für Toleranz, Miteinander und die Würde aller Menschen steht. Auch heute gilt: Man kann Nein zu Nazis sagen.»
Das 1938/39 von der SS errichtete KZ Ravensbrück war das größte Konzentrationslager für Frauen im Deutschen Reich. Zwischen 1939 und 1945 waren dort 132 000 Frauen, 20 000 Männer und 1000 weibliche Jugendliche aus 40 Nationen als Häftlinge registriert. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Das Lager wurde im April 1945 von der Roten Armee befreit und ist seit 1959 Gedenkstätte.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 13. September 2020 16:39 Uhr

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