Ministerium: Neuer Einschulungstermin erst in zwei Jahren

Ministerium: Neuer Einschulungstermin erst in zwei Jahren

Der von der rot-schwarz-grünen Koalition in Brandenburg verabredete neue Einschulungstermin wird erst in zwei Jahren vom 30. September auf den 30. Juni vorgezogen. Das teilte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in einer am Mittwoch veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der Linke-Fraktionschefin im Landtag, Kathrin Dannenberg, mit. Die neue Stichtagsregelung ab dem Schuljahr 2022/2023 soll verhindern, dass bereits Fünfjährige schulpflichtig werden.

Britta Ernst (SPD), Brandenburger Ministerin für Bildung

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Britta Ernst (SPD), Brandenburger Ministerin für Bildung, Jugend und Sport in Brandenburg.

Eltern drängen schon seit Jahren darauf, die Stichtagsregelung zu ändern. Immer mehr potenzielle ABC-Schützen waren in den vergangenen Jahren zum regulären Schulbeginn für ein Jahr zurückgestellt worden. Ihr Anteil an den schulpflichtigen Jungen und Mädchen stieg von 10,2 Prozent vor zehn Jahren auf zuletzt 17,2 Prozent.
Bislang muss ein Kind die Schulbank drücken, das bis zum 30. September sechs Jahre alt wird. Mit dem Stichtag Ende Juni würde kein Kind mehr bereits mit fünf Jahren schulpflichtig.
Wie Ministerin Ernst erläuterte, werden zu dem neuen Stichtag 2022 einmalig weniger Kinder eingeschult und weniger Hortplätze benötigt. Durch den längeren Verbleib dieser nicht eingeschulten Jungen und Mädchen in den Kindergärten steige dort aber der Bedarf an Plätzen.
Gespräche mit den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe, der Liga der freien Wohlfahrtspflege sowie mit Einrichtungsträgern sollen frühzeitig über den kurzfristig entstehenden Mehrbedarf informieren, sagte Ernst. Für den Übergang der Kinder in die Grundschule müssten auch Kitas und Eltern rechtzeitig unterrichtet werden. Die Schaffung neuer Kita-Plätze will das Land den Angaben zufolge mit Förderprogrammen unterstützen.
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Für die Linke-Bildungspolitikerin Dannenberg kommt der neue Einschulungstermin in zwei Jahren zu spät. «Die Rückstellungsquoten steigen ständig, es gibt ein allgemeines Interesse der Eltern, dass Kinder möglichst bald erst mit sechs Jahren eingeschult werden. Wir haben schon in der letzten Legislaturperiode mit der SPD über das Thema geredet», sagte Dannenberg der Deutschen Presse-Agentur. Es gebe keine Not, den neuen Einschulungsstichtag nicht schon im kommenden Schuljahr vorzuziehen.
Der Bildungsexperte der CDU-Landtagsfraktion, Gordon Hoffmann, sagte, wichtig sei nun, dass die Anträge auf Rückstellung des Schulbeginns eines Kindes bis zur neuen Stichtagsregelung unkompliziert bewilligt werden. «Es darf nicht dazu kommen, dass Eltern, die einen Rückstellungsantrag gestellt haben, bei der schulärztlichen Untersuchung bescheinigt wird, ihr Kind sei zurückgeblieben, nur, damit es mit fünf Jahren nicht zur Schule gehen muss.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 9. September 2020 16:43 Uhr

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