Ernst: Digitaler Schub an Schulen durch Corona-Pandemie

Ernst: Digitaler Schub an Schulen durch Corona-Pandemie

Der monatelange Lockdown wegen der Corona-Pandemie hat nach Einschätzung von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) in den Schulen einen Schub in Richtung Lernen mit digitalen Medien ausgelöst. «Weil die Schüler auf dem herkömmlichen Wege nicht mehr erreicht werden konnten, haben sich viele Lehrer mit den Möglichkeiten vertraut gemacht», sagte Ernst der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Bereitschaft in den Lehrerkollegien, sich mit digitalen Lernmanagement-Systemen auseinander zu setzen, sei gewachsen. «Viele Lehrer haben gelernt, dass es tatsächlich eine Arbeitserleichterung ist», berichtete Ernst.

Britta Ernst (SPD)

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Britta Ernst (SPD), Brandenburger Ministerin für Bildung, Jugend und Sport.

«Wir hatten für dieses Schuljahr zunächst 100 Schulen in der Pilotphase, inzwischen sind es schon 422 und bis Ende des Schuljahres werden es 500 sein», sagte sie. Und es gebe weitere Schulen, die sich für ein anderes Lernmanagement-System entschieden hätten, sagte Ernst. «Wir werden die Schulcloud Brandenburg im nächsten Jahr vermutlich allen Schulen anbieten können.» Dort können Unterrichtsinhalte eingestellt und die Kommunikation gewährleistet werden, auch über Videokonferenzen. In Brandenburg gibt es rund 900 Schulen.
Das Ministerium wolle nun gemeinsam mit den Schulträgern ein Konzept dazu entwickeln, welche Unterrichtsmaterialien in der Cloud verwendet werden. Und bis zum Ende des ersten Schulhalbjahres sollen möglichst auch alle Schüler ein mobiles Endgerät besitzen. «Das sind Dauerleihgaben für alle Schüler, die kein eigenes Gerät besitzen», erläuterte die Ministerin. Die Schulen können diese Geräte seit Montag beantragen.
Dennoch gibt es beim digitalen Lernen weiter einen entscheidenden Haken. «Was wir nicht so schnell beheben können ist, wenn das nicht bis in die Kinderzimmer reicht, weil die Leitung in der Region nicht stark genug ist», bedauerte Ernst.
Die Herausforderung sei, dass die Daten über die Lernentwicklung der Schüler in digitalen Bildungslösungen geschützt sein müssten, betonte die Ministerin. Diese Daten seien für private Unternehmen wie Microsoft und Google sehr interessant als Geschäftsfeld der Zukunft. «In der Schulcloud, die wir mit dem Hasso-Plattner-Institut entwickeln, sind die Daten geschützt», erläuterte Ernst.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Deutlich verzögert hat sich durch die Corona-Pandemie die technische Ausstattung der Schulen - obwohl für Brandenburg aus dem Digitalpakt des Bundes dafür 151 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Doch bislang wurden erst gut 155 Anträge mit einem Fördervolumen von insgesamt gut 24 Millionen Euro gestellt. «In der Pandemie hatten die Schulen genug damit zu tun, den Unterricht zu gewährleisten», meinte Ernst. «Konferenzen zur Erarbeitung eines Medien-Entwicklungsplans konnten nicht stattfinden.» Daher habe das Ministerium die Antragsfrist bis Ende des Jahres verlängert.
Nach der jüngsten Umfrage unter den mehr als 700 Schulen in öffentlicher Trägerschaft im April 2020 haben digitale Lernformen an 90 Prozent der Einrichtungen einen hohen bis sehr hohen Stellenwert, wie das Ministerium am Montag mitteilte. Im Schuljahr 2018/19 sei dies nur an 74 Prozent und im 2017/18 nur bei 68 Prozent der Schulen der Fall gewesen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 24. August 2020 16:48 Uhr

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