Das Platt in Brandenburg lebt: Jetzt auch im Schulbuch

Das Platt in Brandenburg lebt: Jetzt auch im Schulbuch

Platt snacken will gelernt sein: Die erste Plattfibel in Brandenburg ist da. Sie solle dabei helfen, das Niederdeutsche, das zum mündlichen Kulturerbe Brandenburgs gehöre, in Grundschulen zu vermitteln, teilte das Bildungsministerium am Mittwoch mit. Ministerin Britta Ernst (SPD) erklärte: «Die Pflege der plattdeutschen Sprache ist ein wichtiges Anliegen und kann den Schülerinnen und Schülern sehr viel Spaß machen.»

Plattdeutsch

© dpa

Eine Lehrerin unterrichtet in einer Grundschule auf Plattdeutsch und schreibt das Wort "Aftellen" "Abzählen" an die Tafel.

In der Fibel begleiten die Hauptfiguren Max und Klara die Schüler beim Lernen. Der Verein für Niederdeutsch im Land Brandenburg erarbeitete sie mit Experten aus der Prignitz, der Uckermark und aus Potsdam. Bei der Gestaltung wirkte die Fachhochschule Potsdam mit. Das Ministerium fördert die Fibel.
Der Verein überreichte das Buch am Mittwoch an Landtagsvizepräsidentin Barbara Richstein und Bildungsministerin Ernst. Niederdeutsch, im Volksmund «Platt» genannt, ist in Brandenburg seit Jahrhunderten beheimatet. Der Verein erklärte aber, das Niederdeutsch sei bedroht, da es kaum noch in den Familien weitergegeben werde.
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Wo genau die Fibel eingesetzt wird, war zunächst unklar. Das Wissenschaftsministerium hatte im vergangenen Jahr erklärt, es gebe in Brandenburg nur wenige aktive und Sprecher des Niederdeutschen. In einigen Regionen gelinge es aber, Angebote zur Einbeziehung der niederdeutschen Sprache in Schulen zu integrieren. «So gibt es in Prenzlau unterrichtliche und in Orten wie Dementhin, Putlitz und Sewekow außerunterrichtliche Angebote.»
Die Linksfraktion forderte, das Ministerium müsse bald prüfen, wie die Aktivitäten der Plattsnacker in den verschiedenen Bildungseinrichtungen flankiert werden könnten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 5. August 2020 15:31 Uhr

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