Mehr Flüchtlinge wollen ihre Berufe anerkennen lassen

Mehr Flüchtlinge wollen ihre Berufe anerkennen lassen

Die Zahl der nach Brandenburg gekommenen Flüchtlinge, die ihre ausgeübten Berufe anerkennen lassen wollen, hat sich fast verdreifacht. Wie das Arbeitsministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linksfraktion im Landtag mitteilte, nahmen die Anerkennungsverfahren von 345 im Jahr 2014 auf 977 im Jahr 2018 zu. Zwei Drittel der Anträge seien von Frauen gestellt worden. Für die Zeit nach 2018 machte das Ministerium keine Angaben.

Der Antwort zufolge weisen nur 16 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen, die als Geflüchtete nach Deutschland kamen, einen Berufsabschluss auf, der die Voraussetzungen für ein Prüfverfahren erfüllt. Das Ministerium verweist darauf, dass sich das deutsche Ausbildungssystem weltweit kaum mit einem anderen vergleichen lässt. Dies spiegle sich auch in der Zuordnung der Qualifikationen durch die Bundesagentur für Arbeit wider.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die Zahl der Berufsqualifikationen, die in Brandenburg als gleichwertig eingestuft wurden, stieg von 188 im Jahr 2014 auf 320 im Jahr 2018. Ebenfalls anerkannt, aber mit Auflagen versehen, wurden 2014 weitere 60 Berufe, 2018 waren es bereits 320. Dabei handelte es sich den Angaben zufolge um Jobs etwa aus dem Medizin- oder Rechtsbereich sowie dem öffentlichen Dienst. Die Zahl der abgelehnten Anträge stieg im Berichtszeitraum von 22 auf 89. Ende 2018 war die Bearbeitung von 187 Anträgen noch nicht abgeschlossen.
Laut Arbeitsministerium konzentrierten sich die Anerkennungsverfahren 2018 in Brandenburg auf wenige Berufsgruppen. Bei den Frauen überwogen medizinische Gesundheitsberufe sowie Berufe aus den Bereichen Erziehung, Soziales und Hauswirtschaft. Auch bei den Männern ging es vor allem um medizinische Gesundheitsberufe, gefolgt von Berufen aus den Bereichen Ingenieurwesen, Mechatronik, Elektro und Energie.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 17. Juli 2020 05:31 Uhr

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