Polizei geht gegen Neonazi-Gruppierung vor

Polizei geht gegen Neonazi-Gruppierung vor

Nach dem Verbot der rechtsextremistischen Vereinigung «Nordadler» durch das Bundesinnenministerium ist die brandenburgische Polizei am frühen Dienstagmorgen an drei Orten gegen die Gruppierung vorgegangen. Der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, nannte Doberlug-Kirchhain und Schlieben im Landkreis Elbe-Elster sowie die Stadt Brandenburg an der Havel, wo drei Objekte durchsucht worden seien. Im Zentrum der Durchsuchungen stehe ein 18-Jähriger.

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Ein Streifenwagen der Polizei steht mit eingeschaltetem Blaulicht.

Laut Herbst wurden drei Stahlhelme, NS-Literatur, ein Laptop, Speichermedien und Mobiltelefone beschlagnahmt. Ihm zufolge kamen 10 Beamte der Bereitschaftspolizei und 20 Staatsschützer zum Einsatz. Die Aktion sei um um 6.00 Uhr abgeschlossen gewesen. Der Sprecher des brandenburgischen Innenministeriums, Martin Burmeister, bestätigte die Angaben.
Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte zuvor die Vereinigung «Nordadler» verboten. «Seit den Morgenstunden laufen in vier Bundesländern polizeiliche Maßnahmen», teilte sein Sprecher Steve Alter, am Dienstagmorgen auf Twitter mit. Die Gruppierung agiere vorwiegend im Netz. Die Razzien bei wichtigen Vereinsmitgliedern fanden laut Ministerium in Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen statt.
Die Gruppierung verfolgt nach Einschätzung des Bundesinnenministeriums eine nationalsozialistische Ideologie und firmiert auch unter den Bezeichnungen «Völkische Revolution», «Völkische Jugend», «Völkische Gemeinschaft» und «Völkische Renaissance».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 23. Juni 2020 08:42 Uhr

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