Nach Virusausbruch Versäumnisse in Bergmann-Klinik klären

Nach Virusausbruch Versäumnisse in Bergmann-Klinik klären

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) will nach dem Virusausbruch im Klinikum Ernst von Bergmann Versäumnisse bei der Vorbereitung auf eine Epidemie klären. «Das Haus hatte für fast alle Punkte, die wichtig sind - vom Ausbruchsmanagement bis zum Meldewesen - klare Regeln und Vorgaben», sagte Schubert in einem Interview der «Märkischen Allgemeinen» (Samstag). «Die Frage, die man klären muss, ist nun: Warum sind diese Regeln nicht gelebt worden?» Schubert betonte: «Wir hatten ein Ausbruchsgeschehen im Klinikum, das zu spät bemerkt oder richtig bewertet worden ist.»

In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich im März Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bei Patienten und Mitarbeitern gehäuft. 47 Corona-Patienten sind in dem Klinikum gestorben. Der Oberbürgermeister hatte die bisherigen Geschäftsführer beurlaubt und neue eingesetzt. Die Klinik, für die zwischenzeitlich ein Aufnahmestopp von Patienten mit Ausnahme von Notfällen galt, räumte im Mai Fehler ein. Sie erklärte, die Infektionen von Patienten und Mitarbeitern hätten in ihrem möglichen Zusammenhang betrachtet werden müssen. Eine Expertenkommission will den Ausbruch aufarbeiten.
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Das Stadtoberhaupt zeigte sich mit Blick auf die ersten Informationen über Infektionen im März selbstkritisch: «In der Tat frage ich mich heute, ob ich (...) hätte misstrauischer sein müssen, auch wenn da zu keinem Zeitpunkt von einem Ausbruch die Rede gewesen ist. Inzwischen wissen wir ja, dass es einen Ausbruch schon deutlich früher gegeben hat.» In der entscheidenden Woche im Krisenstab seien die Dinge nicht so offen angesprochen worden, «wie es seitens des Klinikums hätte sein müssen, um Dinge vielleicht früher zu erkennen».
Bis Juli soll das Krankenhaus wieder in den regulären Betrieb gehen. Es ist für die medizinische Versorgung von etwa einer halben Million Menschen zuständig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 13. Juni 2020 12:57 Uhr

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