Brandenburgs Kitas und Schulen sollen wieder komplett öffnen

Brandenburgs Kitas und Schulen sollen wieder komplett öffnen

Die Kitas in Brandenburg sollen ab kommendem Montag wieder für alle Kinder öffnen. Das kündigte Jugendministerin Britta Ernst (SPD) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in Potsdam an. Die Öffnung soll am Freitag endgültig beschlossen werden. Für alle Schüler soll es nach den Sommerferien am 10. August wieder mit dem normalen Unterricht in der Schule losgehen.

Britta Ernst (SPD)

© dpa

Britta Ernst (SPD), Bildungs- und Jugendministerin, spricht.

Die Öffnung der Kitas sei «die gute Botschaft an alle Eltern», sagte die Ministerin. Die Hälfte der Eltern habe derzeit keinen Betreuungsplatz für die Kinder. Sie verwies auch darauf, dass die Zunahme der Corona-Infektionen erfreulicherweise sehr gering sei.
«Das bedeutet, dass die Beschränkungen, die jetzt in der Eindämmungsverordnung stehen, völlig entfallen», sagte Ernst. Die Richtgrößen für Gruppen würden dann so nicht mehr gebraucht. Viele Hygieneregeln sollten aber bleiben, sie hätten sich bewährt. Seit dem 25. Mai galt in Brandenburger Kitas ein eingeschränkter Regelbetrieb. Die Kinder werden seitdem zumindest an einem Tag in der Woche wieder mehrere Stunden lang betreut, davor gab es nur eine Notbetreuung.
SPD-Fraktionschef Erik Stohn sagte, auch in den Sommerferien sollten viele Kitas offen bleiben. «Ich bekomme Gott sei Dank von der kommunalen Ebene und von den Trägern viele Signale, dass sie auf die Kita-Schließzeiten in den Sommerferien verzichten wollen.» Dies sei wichtig, weil die Familien in den vergangenen Wochen durch Arbeit und Kinderbetreuung erheblich belastet gewesen seien.
Auch die Schulen bereiten sich auf die komplette Öffnung vor. Sie sollen zunächst ermitteln, welcher Unterricht ausgefallen ist und wo Schüler Rückstände beim Lernen haben. Im nächsten Schuljahr soll sich der Unterricht nach Angaben der Ministerin auf den Rahmenlehrplan konzentrieren - ohne Wahlunterricht außer Spezialklassen im Sport. Ob Herbstferien, Osterferien oder die Samstage herangezogen werden müssen, um Rückstände auszugleichen, werde im Herbst entschieden, kündigte Ernst an. Das sei nicht ausgeschlossen.
Seit dem 25. Mai gehen alle Schüler wieder zumindest tageweise in den Unterricht. Nach den Ferien wird der Mindestabstand «als generelle Vorgabe keine Rolle mehr spielen», sagte die Ministerin. Die Schulen sollen vorbereitet sein, falls es künftig zu einem Infektionsherd kommt. «Jede Schule braucht ein Notfallkonzept», sagte Ernst. Lehrer, die wegen Risiken nicht direkt im Unterricht dabei sind, sollen Kollegen unterstützen oder Schülern helfen, die viel aufholen müssen.
Die Landesregierung plant Corona-Tests in Schulen und Kitas - Details sind noch unklar. «Wir sind mit Hochdruck dabei, eine Teststrategie zu entwickeln», sagte Ernst. Das gelte für diejenigen, die Symptome zeigten, aber auch Stichproben seien vorgesehen. Es gehe auch um Sicherheit für die Beschäftigten. Ernst verwies aber auch darauf, dass dabei die Kosten im Blick bleiben müssten.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die Tests sind ein großer Diskussionspunkt zwischen den Parteien. Grünen-Fraktionschefin Petra Budke sagte: «Wenn man darüber nachdenkt, wie hoch die Kosten sind, wenn Kinder nicht in die Kita oder Schule gehen können, wie hoch die Kosten sind, wenn Eltern zu Hause bleiben müssen, weil sie Kinder betreuen müssen - dann glaube ich, stehe die Kosten in gar keinem Verhältnis.» Linksfraktionschefin Kathrin Dannenberg begrüßte die geplante Öffnung der Kitas für alle Kinder, forderte aber als Voraussetzung regelmäßige Corona-Tests.
In Berlin soll die komplette Öffnung der Kitas eine Woche später, am 22. Juni, beginnen, die Schulen sollen ebenfalls wieder nach den Sommerferien in den Regelbetrieb gehen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. Juni 2020 18:28 Uhr

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