Niedriger Wasserstand: Sulfatbelastung befürchtet

Niedriger Wasserstand: Sulfatbelastung befürchtet

Die Wasserstände in Südbrandenburg sind nach Einschätzung des Landesamtes für Umwelt (LfU) weiterhin sehr niedrig. Sprecher Thomas Frey bezeichnete die Bewirtschaftung der Spree am Freitag als «besorgniserregend». Das Niederschlagsdefizit der vergangenen Wochen betrage derzeit 375 Millimeter. Das entspreche mehr als der Hälfte eines Jahresniederschlages an der Station Cottbus, erläuterte er. Das Defizit sei auch auf die vergangenen beiden Jahre mit hohen Temperaturen und wenig Regen zurückzuführen. Die Speicher und die Talsperre im Einzugsgebiet der Spree seien dadurch nicht vollständig gefüllt. Die Talsperre Spremberg hat nach Auskunft von Frey ihren Wasserstand für Ende Mai bereits jetzt schon erreicht. Sollte es weiter so wenig regnen, werde die extrem angespannte Lage bestehen bleiben.

Ausgetrocknete Erde

© dpa

Ausgetrocknete Erde.

Unterdessen befürchten der Landesverband des BUND, die Grüne Liga und die Grünen im Landtag eine steigende Sulfatbelastung der Spree. Die Gesundheitsämter und das Landesbergamt sollten sich an einen Tisch setzen und einen echten Notfallplan für einen eventuellen Dürresommer erarbeiten, forderte die grüne Landtagsabgeordnete Sahra Damus am Freitag. Sie sieht als Verursacher der hohen Sulfatwerte in der Spree die Braunkohlesanierer Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) und die Braunkohleförderer LEAG AG in der Lausitz in der Pflicht.
Vom Landamt für Umwelt hieß es dazu, erste Maßnahmen zur Stützung der Spree seien bereits getroffen worden. Der Sulfatgehalt in der Spree werde regelmäßig überwacht und bewertet, erklärte Frey. Sollte der Sulfatgehalt für die Trinkwassergewinnung kritisch werden, werde das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) Maßnahmen ergreifen. Aktuell hat es dafür eine Gefährdungsabschätzung für das Wasserwerk Briesen (Oder-Spree) beauftragt.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 15. Mai 2020 18:38 Uhr

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