Heftige Landtags-Debatte über Öffnung von Schulen und Kitas

Heftige Landtags-Debatte über Öffnung von Schulen und Kitas

Nach dem Start der Abiturprüfungen und der geplanten Aufnahme des Unterrichts für wenige Jahrgangsstufen streiten die Fraktionen im Landtag über weitere Öffnungen von Schulen und Kitas. Die oppositionelle Linke-Fraktion hat Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) aufgefordert, einen Stufenplan für eine allmähliche Erweiterung der Betreuung in den Kitas zu erarbeiten. Insbesondere Eltern mit ohnehin geringem Einkommen seien mit der zusätzlichen Betreuung ihrer Kinder überfordert, sagte Fraktionschefin Kathrin Dannenberg am Dienstag. Allerdings müsse dabei die Sicherstellung der Hygiene ebenso wie bei der allmählichen Rückkehr zum Schulunterricht oberste Priorität haben.

Britta Ernst spricht zur Presse

© dpa

Britta Ernst (SPD), Brandenburgs Bildungsministerin, schaut in die Runde.

Der Fraktionschef der mitregierenden CDU, Jan Redmann, erklärte dagegen, einen Masterplan für die Öffnung von Schulen und Kitas bis zur völligen Normalisierung könne es noch nicht geben. «Weil wir jetzt in einer Phase sind, in der wir in bestimmten Bereichen auch auf Sicht fahren», betonte er. Zudem sei die Notfallbetreuung in den Kitas für zahlreiche Berufsgruppen und alle Alleinerziehende ab dem 27. April ausgeweitet worden. Dann müsse abgewartet werden, wie sich dies auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens auswirke.
Der AfD-Bildungsexperte Dennis Hohloch wiederholte die Forderung, den Präsenz-Unterricht für alle Jahrgangsstufen schnell wieder anzubieten. Um den notwendigen Abstand der Schüler in den Klassen zu schaffen, könnten die Klassenstufen wechselnd jeweils an drei Tagen in der Woche beschult werden, meinte Hohloch. In den Klassen 1 bis 4 müssten insbesondere die Grundfertigkeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik unterrichtet werden und in den ersten Klassen der Sekundarstufe 1 solle eine Fremdsprache hinzu kommen.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Grünen-Fraktionschefin Petra Budke sagte, es sei sinnvoll, nicht gleich den ganzen Schulbetrieb wieder hoch zu fahren. Denn die Schulen benötigten Zeit für die Vorbereitung, insbesondere mit Blick auf die Abstands- und Hygieneregeln. Von der kommenden Woche an starteten nun zumindest die Klassen, die vor einem Abschluss oder Übergang in eine weitere Ausbildung stünden. Außerdem gebe es bereits ein Angebot mit Präsenz-Unterricht für die Kinder, bei denen der Heimunterricht nicht gut laufe.
Nach dem Start der Abiturprüfungen am Montag forderte Dannenberg, die Prüfungen zur Mittleren Reife nach der 10. Klasse auszusetzen. In diesem Schuljahr gehe es weniger um den Unterricht, als um die Schule als sozialer Ort, meinte die Bildungsexpertin. Es gehe mehr um Feedback für die Schüler. «Also Notendruck und Sitzenbleiben ist hier überhaupt nicht angebracht.» Die Schulen wüssten am besten, welche Abschlusszeugnisse sie ihren Schülern ausstellen könnten. Dagegen sprach sich Redmann klar für diese Prüfungen aus.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 21. April 2020 15:27 Uhr

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