Grundstücke unter Wert verkauft? 3 Jahre Haft gefordert

Grundstücke unter Wert verkauft? 3 Jahre Haft gefordert

In dem Prozess um Untreuevorwürfe gegen fünf ehemalige Mitarbeiter der Brandenburgischen Boden Gesellschaft (BBG) hat die Anklage eine mehrjährige Haftstrafe für einen früheren Geschäftsführer der BBG gefordert. Die Staatsanwaltschaft Potsdam beantragte in ihrem Plädoyer am Mittwoch vor dem Potsdamer Landgericht drei Jahre Haft für den 58-Jährigen, von denen sechs Monate wegen überlanger Verfahrensdauer bereits als vollstreckt erklärt werden sollen, sagte ein Gerichtssprecher.

Der 58-Jährige, zwei weitere Geschäftsführer sowie eine Prokuristin und eine Sachbearbeiterin sollen zwei Grundstücke unter Wert verkauft und so dem Land Brandenburg einen Schaden von rund drei Millionen Euro zugefügt haben. Die Angeklagten hatten zu Prozessbeginn mitgeteilt, dass sie die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft abstreiten.
Für die beiden weiteren Geschäftsführer und die Prokuristin forderte die Anklage jeweils ein Jahr auf Bewährung sowie eine Geldauflage von 25 000 Euro. Für die Sachbearbeiterin plädierte sie auf eine Geldstrafe von 20 000 Euro.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die BBG war nach Angaben der Staatsanwaltschaft verpflichtet, die ehemaligen Militärflächen für das Land Brandenburg zu verwalten und zu verwerten. Demnach verkaufte die BBG eine landeseigene Fläche auf dem ehemaligen Flugplatz Oranienburg 2009 an eine Firma, an der auch der damalige BBG-Geschäftsführer beteiligt gewesen sein soll - für 205 000 Euro. Der tatsächliche Wert betrug laut Gutachten jedoch fast drei Millionen Euro. 2008 sollen bereits zwei der fünf Angeklagten eine landeseigene Liegenschaft in Bad Saarow unter Wert verkauft haben.
Am Dienstag (21. April) wollen die Verteidiger ihre Plädoyers halten. Am 24. April soll ein Urteil verkündet werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 15. April 2020 16:57 Uhr

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