1973 Corona-Infizierte: Meist Verständnis für Auflagen

1973 Corona-Infizierte: Meist Verständnis für Auflagen

Mindestabstand von eineinhalb Metern, keine Partys, keine Besuche bei Verwandten und keine Treffen mit Freunden: Den Ostersonntag während der Corona-Epidemie haben die Brandenburger geruhsam verbracht. Nach bisherigen Erfahrungen der Polizei gehen die Bürger meist sehr entspannt mit der Situation um und haben die geltenden Regelungen zur Minimierung der Ansteckungsgefahr eingehalten.

Ein Beatmungsgerät steht in einem Behandlungszimmer

© dpa

Ein Beatmungsgerät steht in einem Behandlungszimmer.

«Es herrscht bei dem schönen Wetter eine sehr gelöste Osterstimmung», sagte Torsten Herbst, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, auf Anfrage. Die Beamten seien am Samstag zu 215 Corona-Einsätzen landesweit gerufen worden, sagte er. Zehn Strafanzeigen wurden nach seinen Angaben erstattet, 48 Ordnungswidrigkeiten erfasst und 273 Platzverweise ausgesprochen.
In Potsdam löste die Polizei am Sonntagmittag eine Menschenkette entlang der Brandenburger Straße auf, deren Teilnehmer den Sicherheitskräften zufolge für die «sofortige Evakuierung der Menschen aus griechischen Lagern» demonstrierten. Das Verwaltungsgericht Potsdam hatte zuvor solche Versammlungen mit Hinweis auf die Corona-Eindämmungsverordnung untersagt. Von einigen Teilnehmern, die nicht weichen wollten, seien die Personalien festgestellt worden, hieß es. Nun werde geprüft, ob gegen sie Anzeige wegen Ordnungswidrigkeiten erstattet wird.
Die Zahl der Menschen, die im Land nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert sind, ist unterdessen auf 1973 gestiegen. Demnach erhöhte sich die Zahl der bestätigten Fälle innerhalb der letzten 24 Stunden mit Stand 10.00 Uhr um 53, teilte das Gesundheitsministerium mit. Bisher starben 50 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2; allein 19 in Potsdam, wo sie wohnten. Nach Angaben der Stadt Potsdam ist die Zahl der Gestorbenen in der Landeshauptstadt auf 24 gestiegen, die hier ihren Wohnsitz haben (Stand 11. April, 16 Uhr).
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die meisten bestätigten Infizierten mit dem neuartigen Coronavirus gibt es nach offiziellen Angaben des Ministerium mit Abstand in Potsdam mit 393 Fällen, gefolgt vom Kreis Potsdam-Mittelmark mit 273 und dem Kreis Barnim mit 207 Infizierten. Über die Osterfeiertage melden aber nicht alle Gesundheitsämter täglich ihre aktuellen Zahlen.
Im Spreewald, einer traditionell beliebten Ausflugsregion auch zu Ostern, sind wegen Corona in diesen Tagen alle touristischen Angebote gestrichen. Bootsverleihstationen arbeiten nicht, Fährleute sind nicht mit ihren Kähnen unterwegs. Auch kleine Läden und Kioske dürfen keine Kunden bedienen. Privatleute dürfen mit dem eigenen Boot durch die Fließe fahren, aber nur allein oder mit einer Person, mit der sie in einem Haushalt leben. Bis zum Sonntagnachmittag stand ein Bürgertelefon im Landkreis Dahme-Spreewald bereit, wo sich Unsichere erkundigen konnten, was im Spreewald erlaubt ist und was nicht.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 12. April 2020 18:31 Uhr

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