Feldhasen in Brandenburg landen oft unter den Rädern

Feldhasen in Brandenburg landen oft unter den Rädern

Die Bestände der Feldhasen in Brandenburg erholen sich leicht. Im der vergangenen Jagdsaison wurden nach Angaben des Agrarministeriums insgesamt 2582 der Tiere geschossen - damit sei die sogenannte Jagdstrecke zum ersten Mal seit 2015 wieder geringfügig gestiegen. Knapp zwei Drittel der erfassten Feldhasen sind demnach Verkehrsopfer. Die meisten Feldhasen soll es im Landkreis Märkisch-Oderland gegeben haben.

Feldhasen

© dpa

Ein Feldhase (Lepus europaeus) sitzt auf einer Wiese.

Anfang der 70er Jahren wurden nach Angaben des Agrarministeriums im Land noch rund 10 000 Feldhasen pro Jahr gezählt. Die Zahlen brachen Anfang der 80er ein, teilweise wurden nur knapp 1000 Hasen pro Saison registriert. In den 90er Jahren erholte sich der Bestand kurzzeitig auf bis zu knapp 5000 Hasen.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Jetzt im Frühjahr bekommen die Feldhasen Nachwuchs. Für deren Überleben in kleinen Kuhlen auf dem Acker, den sogenannten Sassen, ist das Aprilwetter entscheidend. Ist es zu nass, sterben mehr Jungtiere. Sollte es beim Spaziergang zu einer zu einer Begegnung von Mensch und Tier kommen: Keinesfalls die Jungen anfassen, appelliert Christiane Schröder, Landeschefin des Naturschutzbunds Brandenburg (Nabu). Vermeintlich verlassene Jungtiere sollten nach Angaben des Nabu auf keinen Fall mitgenommen werden.
Die Tiere sind nach Nabu-Angaben neben dem Autoverkehr vor allem durch die Landwirtschaft bedroht: Intensiv bearbeitete Flächen schränken Lebensraum der Hasen ein, beklagt Schröder. Der Hase mag keine Monokulturen aus Mais, Raps oder Weizen. Aus häufig gemähten Wiesen muss er flüchten. Das Hakenschlagen vor immer schnelleren Maschinen wird schwieriger. Immer mehr Landwirte legen deshalb an den Rändern der Felder Blühstreifen mit Wildkräuter für das wilde Tier an.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 3. April 2020 10:49 Uhr

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