Brandenburgs Karnevalsvereine setzen auf Nachhaltigkeit

Brandenburgs Karnevalsvereine setzen auf Nachhaltigkeit

Wenn zahlreiche Narren in den kommenden Tagen vielerorts Karneval feiern, steht Nachhaltigkeit wohl nur bei wenigen im Vordergrund. Für die 136 Karnevalsvereine in Berlin und Brandenburg spielt das Thema jedoch eine wesentliche Rolle. Ein wichtiger Grund ist die Notwendigkeit, sparsam zu wirtschaften. «Die Ausstattung der Vereine kann nur im Rahmen des vorhandenen Budgets erfolgen», sagt Fred Witschel, Präsident des Karnevalverbands Berlin-Brandenburg (KVB-B). Die Ausstattung der Garden mit Kostümen sei sehr teuer. Deshalb werde nichts weggeworfen. Das Budget, insbesondere der Vereine im ländlichen Raum, sei sehr begrenzt. So gebiete sich ein sparsamer Umgang mit allen Ressourcen.

«Teilweise erfolgt ein Austausch von diesen Dingen zwischen den Vereinen», berichtet Witschel. Oft würden Kostüme selbst genäht oder umgenäht. Bühnenbilder würden selbst gebastelt. «Das Material dafür muss Jahre halten und wird aufwendig zu jeder Session umgearbeitet», betont der Verbandspräsident. Ähnlich sieht das beim Carneval Club WCC in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) aus. «Auch wir verwenden unsere Kostüme über Jahre hinweg weiter», sagt WCC-Präsident Egbert Schröder. Das gelte ebenso für die Kulissen.
Sparsam sind die Vereine auch bei ihren Umzügen, sofern sie noch welche veranstalten. «Auch Kamelle kann nur im Rahmen der kleinen Budgets oder wenn es von Sponsoren gestellt wird, verteilt werden», sagt Witschel. Oft würden diese allein schon aus Sicherheitsgründen nicht geworfen, sondern den Besuchern beim Umzug in die Hand gegeben.
So machen es die Karnevalisten des Karneval Clubs FKC in Friesack (Havelland). «Fast die Hälfte der Süßigkeiten ist früher auf der Straße gelandet», sagt Club-Präsident Uwe Rahn. Mittlerweile tragen Vereinsmitglieder die Süßigkeiten in Körben am Publikum vorbei und lassen die Besucher zugreifen. «Wir haben das Geld auch nicht auf der Straße gefunden und außerdem muss man Lebensmittel nicht wegschmeißen», so Rahn.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 21. Februar 2020 14:54 Uhr

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