Landtag lehnt größere Mindestabstände für Windräder ab

Landtag lehnt größere Mindestabstände für Windräder ab

Der Brandenburger Landtag hat mit der Mehrheit der rot-schwarz-grünen Koalition und der Linken größere Mindestabstände für neue Windkraftanlagen zur nächsten Wohnbebauung abgelehnt. Die Freien Wähler hatten am Donnerstag in der Plenarsitzung gefordert, dass der Mindestabstand der Windräder das Zehnfache der Nabenhöhe betragen müsse, um die Lärmbelastung für die Anwohner zu senken. «In den Anfangsjahren hatten die Windräder eine Höhe von 70 bis 100 Meter», sagte Fraktionschef Péter Vida. «Inzwischen sind die Anlagen 200 bis 240 Meter hoch.» Dadurch erhöhe sich die Belastung der Anwohner durch Infraschall erheblich.

Windräder

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Zum Sonnenaufgang leuchtet der Morgenhimmel farbenprächtig hinter dem Windenergiepark «Odervorland» im Landkreis Oder-Spree.

Brandenburg habe bereits mit rund 3900 Anlagen die doppelte Dichte an Windrädern wie Dänemark, sagte Vida. Wenn die rot-schwarz-grüne Landesregierung ihre Pläne aus dem Koalitionsvertrag umsetze, müssten die Brandenburger den Bau von zwei- bis dreitausend weiteren Windrädern mit allen negativen Auswirkungen befürchten.
Der Grünen-Abgeordnete Clemens Rostock erklärte, die Windenergie sei die Kehrseite des Braunkohleausstiegs. «Wenn wir auf die Kohle verzichten wollen, brauchen wir die Windenergie.» Daher dürfe es keine weiteren Einschränkungen für den Ausbau der Windenergie geben.
Die Koalition hatte sich auf einen Mindestabstand der Windräder von 1000 Metern geeinigt. Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass bei besonders belasteten Gebieten ein Mindestabstand von 1500 Metern geprüft werden soll.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 12. Dezember 2019 16:28 Uhr

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