Bilanz zum Fontane-Jahr: «Kein verstaubter Klassiker»

Bilanz zum Fontane-Jahr: «Kein verstaubter Klassiker»

Das Werk Theodor Fontanes (1819-1898) ist aus Sicht der Organisatoren des Jubiläumsjahres zum 200. Geburtstag des Schriftstellers vielfältiger als viele vermuteten. «Fontane ist kein verstaubter Klassiker», sagte Kurt Winkler, Geschäftsführer der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, am Donnerstag im Potsdam. Es sei gelungen zu zeigen, wie viele Facetten der Autor habe.

In vielen Veranstaltungen habe nicht wie erwartet allein der Autor und sein Werk im Mittelpunkt gestanden, sondern seine Art zu Schreiben und seine Persönlichkeit - mit dem Blick der heutigen Zeit auf ihn, hieß es.
Mit dem Themenjahr und rund 450 Veranstaltungen dank vieler Partner und Unterstützer erreichte das Fontane-Themenjahr von Kulturland Brandenburg landesweit und 350 000 Besucher. Allein die Leitausstellung in Neuruppin «fontane.200/Autor» zählte 30 000 Besucher - doppelt so viele wie erwartet. Es gab die Fontane-Festspiele, #Gamecamps für Jugendliche, einen wissenschaftlichen Kongress und neue digitale Angebote des Theodor-Fontane-Archivs.
Im Fontanejahr, das im März startete und am 30. Dezember mit seinem Geburtstag endet, wollten die Organisatoren einen ganz anderen Blick auf den Autoren, Theaterkritiker, Apotheker, Reiseschriftsteller und Kriegsberichterstatter («Effi Briest», «Irrungen und Wirrungen», «Frau Jenny Treibel») werfen. «Wir waren überrascht, dass erwartete Kontroversen ausblieben», sagte Hajo Cornel, Projektleiter fontane.200. Das Angebot habe das Publikum begeistert.
Für Fontanes Geburtsstadt Neuruppin hätten sich Mut und Mühe gelohnt, ihren berühmten Sohn zu würdigen, sagte Bürgermeister Jens-Peter Golde. Bis Anfang November nutzten rund 10 500 Besucher Stadtführungen. Im gesamten Jahr 2018 waren es rund 5800.
Der rbb startet am 17. Dezember unter dem Titel «Die Entdeckung der Heimat - Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg» eine fünfteilige Serie. Die Route für eine historische Spurensuche durch Berlin und Brandenburg gibt sein Werk «Wanderungen durch die Mark Brandenburg». Der als ARD-«Tatort»-Kommissar bekannte Schauspieler Fabian Hinrichs nimmt die Zuschauer mit auf eine filmische Entdeckungsreise. Regisseur ist Johannes Unger.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 12. Dezember 2019 15:42 Uhr

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