Stoß in die Oder: Eine Angeklagte legt Geständnis ab

Stoß in die Oder: Eine Angeklagte legt Geständnis ab

Frankfurt (Oder) (dpa/bb) – Im Prozess um den lebensgefährlichen Stoß einer Frau in die eiskalte Oder hat eine der beiden Angeklagten am Freitag im Landgericht Frankfurt (Oder) ein Geständnis abgelegt. Die 19-Jährige ließ ihren Verteidiger eine Erklärung verlesen, in der sie die ihr vorgeworfenen Taten einräumte und ihre Reue zum Ausdruck brachte.

Stoß in die Oder

© Patrick Pleul/Archiv

Eine der beiden Angeklagten kommt mit Handschellen zu Prozessbeginn wegen versuchten Mordes in den Verhandlungssaal im Landgericht.

Ihr und einer 31 Jahre alten Mitangeklagten wird versuchter Mord vorgeworfen. Sie sollen eine andere Frau am 7. Januar dieses Jahres in Frankfurt in die Oder gestoßen haben, um sie zu töten. Laut Anklage hatten die beiden Frauen aus niederen Beweggründen gehandelt und wollten vorhergehende Straftaten vertuschen. Dem Stoß in die Oder vorausgegangen waren demnach stundenlange schwere Misshandlungen des 34-jährigen Opfers, das sich jedoch selbst hatte aus dem Grenzfluss retten können.
Das Gericht hatte den beiden Angeklagten im Falle umfassender Geständnisse eine erhebliche Strafmilderung in Aussicht gestellt. Die 19-Jährige würde danach mit einer Jugendstrafe von höchstens 6 Jahren bestraft. Für die 31-Jährige käme eine Freiheitsstrafe von bis zu acht Jahren und drei Monaten in Betracht. Sie habe das Opfer in die Oder gestoßen, jedoch nicht in der Absicht, es zu töten, hieß es am Freitag in der Erklärung der jüngeren Angeklagten. Sie schäme sich bis heute, bereue zutiefst und frage sich noch immer, wie es hatte zu der Tat kommen können.
Die zweite Angeklagte will sich erst am nächsten Verhandlungstag, dem 22. November, vor Gericht äußern. Dann soll auch das Opfer als Zeugin gehört werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 15. November 2019 11:21 Uhr

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