Brandenburger SPD-Fraktionschef Bischoff will abtreten

Brandenburger SPD-Fraktionschef Bischoff will abtreten

Brandenburgs SPD-Landtagsfraktionschef Mike Bischoff hat nach fast vier Jahren überraschend seinen Rückzug von dem Spitzenamt angekündigt. «Mein persönlicher Entschluss, aus der ersten Reihe der Landespolitik abzutreten, steht seit längerem fest», sagte der 54-Jährige am Dienstag in Potsdam. Er sei vor 15 Jahren stellvertretender Fraktionsvorsitzender geworden und sei seit 2016 Fraktionschef. «Das ist eine enorme Strecke, das hinterlässt auch Spuren.» Er betonte: «Meine Gesundheit ist soweit in Ordnung.» Er wolle aber seine Gesundheit «nicht aufs Spiel setzen». Bischoff war Anfang 2017 schwer erkrankt und musste längere Zeit im Krankenhaus behandelt werden.

SPD-Landtagsfraktionschef Mike Bischoff

© dpa

Mike Bischoff, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Brandenburg.

Der Uckermärker will nach eigenen Angaben auch den Weg für jüngere Politiker freimachen. «Das ist eine Chance für neue Köpfe in der SPD-Fraktion», sagte Bischoff. Das Festhalten an Posten verzögere manchmal die Erneuerung. «Das möchte ich persönlich anders handhaben.» Für ihn sei es nun der beste Zeitpunkt, sich als Fraktionsvorsitzender zu verabschieden. Die Frage eines möglichen Ministeramtes in der künftigen rot-schwarz-grünen Landesregierung sei nicht der Grund für seine Entscheidung. Er wolle weiter aktiv sein als Abgeordneter in der Fraktion, sagte Bischoff.
Die Partner der geplanten rot-schwarz-grünen Koalition reagierten mit Respekt und Enttäuschung. CDU-Fraktionschef Jan Redmann sagte: «Das nehme ich mit Respekt und auch nicht ohne Bedauern zur Kenntnis.» Bischoff habe hart in der Sache gestritten, aber sei stets respektvoll und fair in der Sache geblieben. Grünen-Fraktionsvorsitzende Ursula Nonnemacher sagte: «Wir alle nehmen diese Ankündigung mit großem Respekt zur Kenntnis und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Abgeordneten Mike Bischoff.»
Die SPD-Landtagsfraktion will ihre neue Spitze bei einer Klausur am 21. und 22. November wählen. Bischoff wird nicht mehr kandidieren. Er wollte keine persönlichen Wünsche für einen Nachfolger nennen.
Die SPD muss sich nicht nur um einen neuen Fraktionsvorstand kümmern. Derzeit werden auch die Weichen für die personelle Besetzung der fünf SPD-Ministerämter für die neue Regierung gestellt.
Der gebürtige Schwedter Bischoff war 1995 in die SPD eingetreten und wurde 1999 Mitglied des Brandenburger Landtags. Er war unter anderem finanzpolitischer Sprecher der Fraktion und Parlamentarischer Geschäftsführer. Im Jahr 2016 übernahm er nach dem Tod von Klaus Ness die Fraktionsführung.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 5. November 2019 17:34 Uhr

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